Die deutsche Landwirtschaft hat 2025 trotz wechselhafter Witterung eine überdurchschnittliche Getreideernte eingefahren. Die Erntemenge bei Getreide einschließlich Körnermais liegt bei 44,7 Millionen Tonnen, wie das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) mitteilte. Dies entspricht einem Plus von 14,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und liegt 5,3 Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2019 bis 2024. Die Hektarerträge stiegen auf durchschnittlich 74,6 Dezitonnen pro Hektar, wobei alle Bundesländer höhere Erträge als im Vorjahr erzielten.
Winterweizen bleibt die wichtigste Getreidekultur in Deutschland. Die Landwirte haben die Anbaufläche um 15,2 Prozent auf 2,86 Millionen Hektar ausgeweitet. Die Erntemenge stieg auf 22,5 Millionen Tonnen – ein Zuwachs von 26 Prozent im Vergleich zu 2024 und 6,4 Prozent über dem mehrjährigen Durchschnitt. Der durchschnittliche Rohproteingehalt liegt nach ersten Analysen bei 12 Prozent, wobei Bayern mit 13,6 Prozent den höchsten und Nordrhein-Westfalen mit 10,5 Prozent den niedrigsten Wert aufweist. Der Hektarertrag erreichte 78,5 Dezitonnen, was einem Plus von 9,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Auch bei Raps verzeichneten die Landwirte eine gute Ernte. Bei einer stabilen Anbaufläche von 1,09 Millionen Hektar stieg die Erntemenge um 9,4 Prozent auf fast 4 Millionen Tonnen. Der Hektarertrag liegt bei 36,3 Dezitonnen und damit leicht über dem Durchschnitt der Jahre 2019 bis 2024. Die größten Anbauflächen liegen in Mecklenburg-Vorpommern mit 187.700 Hektar, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 123.600 Hektar und Bayern mit 115.500 Hektar. Der durchschnittliche Ölgehalt beträgt 43,2 Prozent.
Minister Rainer verspricht Agrardiesel-Rückvergütung
„Unsere Landwirtschaft ist widerstandsfähig und innovativ. Aber stabile Ernten gibt es in Zeiten widriger Wetterbedingungen nur mit unermüdlichem Einsatz, Unternehmergeist und verlässlichen Rahmenbedingungen“, sagte Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) laut der Mitteilung. Das Ministerium kündigte mehrere Maßnahmen zur Unterstützung der Landwirte an. So soll die Agrardieselrückvergütung vollständig zurückkommen und die Stromsteuerentlastung für die Land- und Forstwirtschaft dauerhaft gesichert werden. Zudem stimmte das Kabinett zu, die Regelung zur kurzfristigen Beschäftigung von Saisonarbeitskräften auf 90 Tage oder 15 Wochen auszuweiten.
Die Hülsenfrucht-Anbaufläche wuchs um 6 Prozent auf über 300.000 Hektar. Besonders die Felderbse legte mit 137.600 Hektar zu und bleibt die dominierende Körnerleguminose in Deutschland. Die Ackerbohne folgt mit 66.300 Hektar als zweitwichtigste Kultur. Bei Obst erwarten die Landwirte nach einem milden Frühjahr eine gute Ernte. Die Apfelernte wird voraussichtlich 1,009 Millionen Tonnen erreichen, ein Plus von 15,7 Prozent gegenüber 2024. Bei Kirschen rechnet das Ministerium mit rund 49.900 Tonnen, was einem Zuwachs von 41 Prozent entspricht. Die Ernte von Pflaumen und Zwetschen bleibt mit 44.500 Tonnen stabil.
