Die Getreideernte 2025 hat in Deutschland regional stark unterschiedliche Ergebnisse gebracht. Insgesamt liegen die Erträge über dem Vorjahresniveau, wie der Agrarkonzern Agravis mitteilte.
Ems-Jade mit neuem Höchstwert bei der Erfassung
Die Agravis Ems-Jade verzeichnete im Norden mit rund 52.000 Tonnen einen neuen Höchstwert bei der Erfassung. Dies entspricht einer deutlichen Steigerung gegenüber dem Vorjahr, als nur 30.000 Tonnen erfasst wurden. „Die Qualität des Getreides ist durchweg gut – Sorgen gibt es keine“, erklärte Getreidehändler Hilko Kroon. Allerdings stellte die Logistik ihm zufolge die Standorte vor Herausforderungen, da allein innerhalb von 14 Tagen knapp 42.000 Tonnen angeliefert wurden.
Qualitätseinbußen in Westfalen und Hessen
In Westfalen und Hessen brachte die Ernte nach Unternehmensangaben überdurchschnittliche Erträge. Auf den guten Böden in der Warburger Börde erreichten die Landwirte beim Weizen elf bis zwölf Tonnen pro Hektar, auf den knapperen Böden acht bis neun Tonnen. Allerdings gab es bei der Qualität Einbußen. „Vielerorts stand der Weizen bereits ab dem 20. Juli erntereif auf dem Halm, konnte aber wegen des Regens nicht gedroschen werden“, berichtete Pflanzenbauexperte Christian Lattrich. Der Futterweizenanteil liegt den Angaben zufolge bei 50 Prozent.
Regionale Ertragsschwankungen im Osten
Im Osten Deutschlands begann die Ernte bereits am 20. Juni. Die Gerstenerträge übertrafen dort die Erwartungen und lagen über dem Durchschnitt, wie die Agravis mitteilte. Bei Raps und Weizen schwankten die Erträge allerdings regional. „Im Juni herrschten noch große regionale Unterschiede – während sich manche Bestände gut entwickeln konnten, litten andere Flächen deutlich unter den Folgen der Frühjahrstrockenheit.“ Das erklärte Wilhelm Winkelmann, Leiter Agrarhandel der Agravis Ost.
