Das Einbecker Brauhaus erwartet für das laufende Geschäftsjahr 2025 einen Millionenverlust. Die Brauerei teilte mit, sie rechne mit einem Jahresfehlbetrag von bis zu 1,3 Millionen Euro. Damit korrigiert das Unternehmen seine bisherige Prognose deutlich nach unten.
Anhaltende Kaufzurückhaltung in der Braubranche
Zu Jahresbeginn hatte der Vorstand noch eine Stabilisierung der Absatz- und Umsatzentwicklung erwartet. Das Unternehmen ging damals von einem positiven Ergebnis im niedrigen sechsstelligen Bereich aus. Auf der Ordentlichen Hauptversammlung im Juni hatte Geschäftsführer Marc Kerger noch geäußert: „Wir sind überzeugt, dass 2025 unser Jahr werden kann."
Als Grund für die angepasste Prognose nennt das Einbecker Brauhaus eine anhaltende Kaufzurückhaltung in der Braubranche. Diese habe zu „Absatzeinbrüchen in bislang nicht gekanntem Ausmaß“ geführt. Besonders die traditionell starken Saisonmonate Juni und Juli 2025 blieben erheblich hinter den Planungen zurück. Sie verursachten Absatzrückgänge und Umsatzverluste.
Kurswechsel für geschärfte Marken angekündigt
Auf der Ordentlichen Hauptversammlung im Juni hatte Vorstand Marc Kerger einen Kurswechsel mit einem umfassenden Re-Design angekündigt, der die Marken schärfen solle. Einbecker solle als Premiummarke positioniert werden, die Marke Nörten-Hardenberger eine preissensiblere Zielgruppe ansprechen.
Als positiv bewertet das Unternehmen den bisherigen Erfolg des alkoholfreien Bockbieres „Null Bock“, der die Erwartungen übertroffen habe Innerhalb von sechs Wochen sei das Produkt marktreif gewesen, bestätigte Kerger.
Seit August hat das Einbecker Brauhaus eine neue Limonadenmarke mit den drei Sorten Cola und Orange, Cola und Orange im Handel, die das alkoholfreie Sortiment erweitern soll. Produziert wird sie von Hanse Drinks & Concepts, einer Tochtergesellschaft der Einbecker Braugruppe. Zu der zählen auch die Braumanufaktur Härke, das Göttinger Brauhaus sowie die Marken Martini und Nörten-Hardenberger.
Restrukturierungsaufwendungen noch nicht berücksichtigt
„Nach aktueller Einschätzung kann nicht mehr davon ausgegangen werden, dass sich die Rahmenbedingungen im weiteren Jahresverlauf 2025 deutlich verbessern werden“, so das Unternehmen mit. Es rechnet nun mit Umsatzerlösen, die deutlich unter Plan und unter dem Vorjahresniveau liegen werden.
Der erwartete Millionenverlust berücksichtigt nach Angaben des Einbecker Brauhauses noch keine möglichen Restrukturierungsaufwendungen. Sollten solche anfallen, könnte sich das Ergebnis weiter verschlechtern.
Nach den auf der Ordentlichen Hauptversammlung vorgelegten Zahlen sank der Absatz im vergangenen Geschäftsjahr um 3,7 Prozent auf 504.000 Hedktoliter. Besonders der Export brach mit einem Minus von 16 Prozent stark ein.
