Enttäuschende Prognose Getreideernte 2025 fällt wohl unterdurchschnittlich aus

Deutschland muss 2025 mit einer unterdurchschnittichen Getreideernte von rund 40,1 Millionen Tonnen rechnen. Das sind fünf Prozent weniger als im Zehnjahresschnitt. Diese Zahlen nannte Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber. 

Mittwoch, 09. Juli 2025, 14:18 Uhr
Thomas Klaus (mit dpa)
Trocken und heiß: Das Wetter hat Folgen für die Getreideernte-Situation. Bildquelle: Getty Images

Der Bayerische Bauernverband erwartet in diesem Jahr eine unterdurchschnittliche Getreideernte. Das Anbaujahr 2025 sei erneut von extremem Wetter geprägt, bedauerte Präsident des Verbandes, Günther Felßner, bei der traditionellen Erntefahrt mit Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU). 

Erntesaison bereits Ende Juni eingeleitet

Deutschland rechnet mit einer Getreideernte von insgesamt rund 40,1 Millionen Tonnen, ergänzte die CSU-Politikerin. Dies entspreche einem Rückgang von fünf Prozent gegenüber dem Zehnjahresschnitt. „Es war witterungstechnisch wieder ein sehr schwieriges Jahr für unsere Bäuerinnen und Bauern“, sagte die Ministerin. Jeder extreme Hitzetag verringere den Ertrag um 50 bis 100 Kilogramm pro Hektar. Das seien pro Tag ungefähr 2.000 verschwundene Brötchen

Die Hitzewelle ab Ende Juni leitete die Erntesaison bereits ein, erklärte Felßner. In manchen Gegenden ernteten die Landwirte die Felder früher als üblich ab. Besonders in Franken berichteten Bauern sogar von einer Notreife. Die Hitze beschleunigte das Abreifen, hieß es.

Globale Krisen beunruhigen die Bauern

Neben den Wetterextremen bereiten den Bauern auch globale Krisen Sorge. Hermann Greif, Getreidepräsident des Bayerischen Bauernverbandes, verwies auf politische Unsicherheiten in den globalen Handelsströmen. „Ein unberechenbarer US-Präsident, der abwechselnd mit horrenden Zöllen und deren Aufschub droht, eine weiterhin brennende Ukraine und ein neuer Brandherd im Nahen Osten sorgen für Verunsicherung“, sagte Greif. Zudem belasteten hohe Kosten für Betriebsmittel die Landwirte, fügte der Präsident hinzu. Den höheren Mindestlohn bewertet Greif ebenfalls problematisch.

Positive Entwicklung bei Öko-Fläche in Bayern

Trotz der Herausforderungen gab es auch positive Entwicklungen. Laut Kaniber verdoppelte sich die Öko-Fläche in Bayern binnen zehn Jahren. 22 Prozent der deutschen Ökofläche und 32 Prozent der Ökobetriebe liegen in Bayern. Bis 2030 strebt der Freistaat einen Anteil von 30 Prozent Öko-Landbau an und investiert dafür jährlich 120 Millionen Euro.

Anzeige

SSI Schäfer

Moldauische Weine erobern den deutschen Einzelhandel

Ausgezeichnete Qualität, authentische Rebsorten und attraktive Preise: Moldauische Weine erobern Schritt für Schritt den deutschen Einzelhandel.
Jetzt mehr erfahren

Neue Produkte