Der Bundestag hat die Einführung des staatlichen Tierhaltungslogos für Supermarkt-Fleisch um sieben Monate verschoben. Das ursprünglich für August geplante Kennzeichen soll nun erst im März 2026 kommen, wie das Parlament mit den Stimmen von Union und SPD beschloss.
Die Verschiebung soll für eine grundsätzliche Reform des Gesetzes genutzt werden. „Das bisherige Gesetz war leicht reformbedürftig“, begründete die agrarpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Franziska Kersten, den Aufschub. Union und SPD wollen das Gesetz nach eigenen Angaben praxistauglich machen.
Das von der Ampel-Koalition beschlossene Logo soll Verbrauchern die Haltungsbedingungen in den Ställen anzeigen. Das System umfasst fünf Kategorien von der Stufe „Stall“ mit den gesetzlichen Mindestanforderungen bis zu „Bio“. Die Kennzeichnung soll zunächst nur für frisches Schweinefleisch aus Deutschland verpflichtend sein.
Ampel-Koalition plant Ausweitung des Kennzeichens
Union und SPD planen eine Ausweitung des Logos bis zur Mitte der Wahlperiode. Das Kennzeichen soll dann auch für weitere Tierarten sowie in Restaurants und Kantinen gelten. Der Bundesrat muss der Verschiebung noch zustimmen. Da die Länder selbst um den Aufschub gebeten hatten, gilt die Zustimmung als sicher.
Der Lebensmittelhandel nutzt bereits seit 2019 ein eigenes freiwilliges Kennzeichnungssystem. Dieses Siegel mit der Bezeichnung „Haltungsform“ umfasst Fleisch von Schweinen, Rindern und Geflügel und geht damit über den Geltungsbereich des geplanten staatlichen Logos hinaus.
