Der Bauernverband fordert von der Bundesregierung eine jährliche Förderung von 1,5 Milliarden Euro für Investitionen in die Schweinehaltung ab dem Jahr 2026. Die Mittel sollen als Investitionszuschüsse an Landwirte fließen, die in die Schweinehaltung investieren wollen, teilte der Verband beim Deutschen Bauerntag in Berlin mit.
Die Schweinebestände in Deutschland sind nach Angaben von Bauernpräsident Joachim Rukwied zwischen 2013 und 2022 um zwei Millionen Tiere geschrumpft. Im gleichen Zeitraum wuchsen die Bestände in Spanien. Dies führe zu einer Verlagerung der Produktion in Regionen, die nicht nach deutschen Standards wirtschaften, erklärte Rukwied. Die Betriebe benötigten für ihre millionenschweren Investitionen verbindliche Zusagen über einen Zeitraum von 20 Jahren.
Bundesagrarminister Alois Rainer erteilte Preisaufschlägen auf Fleisch zur Finanzierung des Umbaus der Tierhaltung zu höheren Standards eine Absage. Lebensmittel hätten sich zuletzt sogar noch höher als die Inflation verteuert, sagte der CSU-Politiker am Rande des Deutschen Bauerntags in Berlin. Deshalb wäre es der falsche Weg, sie über steuerliche Maßnahmen zusätzlich zu verteuern. „Ich werde dafür kämpfen, dass wir zusätzliches frisches Geld für den tierwohlgerechten Stallumbau erhalten.“
Rukwied fordert Neustart für Tierhaltungslogo
Scharfe Kritik übte Bauernpräsident Rukwied am geplanten staatlichen Tierhaltungslogo für Fleisch. Das Logo, dessen Einführung im Handel auf das Jahr 2026 verschoben werden soll, bezeichnete Rukwied als „Murks“. Er forderte einen Neustart des Projekts mit Beginn im Jahr 2027.
Der Bauernpräsident warnte zudem vor Problemen für Obst- und Gemüsebauern, wenn diese bestimmte Pflanzenschutzmittel nicht mehr einsetzen dürfen. Der Handel könnte in diesem Fall zu ausländischer Ware wechseln. Rukwied forderte außerdem eine Ausnahmeregelung für Saisonkräfte von der geplanten Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns.
