Nach CEO-Rauswurf Landgard beruft Gunther Lehleiter in den Vorstand

Nach der überraschenden Trennung von Vorstandschef Oliver Mans hat die Erzeugergenossenschaft Landgard Dr. Gunther Lehleiter (Foto) vorläufig in den Vorstand berufen. Das Unternehmen verzeichnete 2024 einen Umsatzrückgang auf 1,8 Milliarden Euro. 

Mittwoch, 25. Juni 2025, 14:01 Uhr
Manuel Glasfort
Dr. Gunther Lehleiter führt bei Landgard bis auf Weiteres die Geschäfte. Bildquelle: Landgard

Die Erzeugergenossenschaft Landgard hat den Vorstandsvorsitzenden Oliver Mans entlassen. Die Vertreterversammlung vertagte die Entlastung für Mans sowie für die beiden im letzten Jahr ausgeschiedenen Vorstände Dirk Bader und Carsten Bönig. Für Mans ist satzungsgemäß vorrübergehend Dr. Gunther Lehleiter in den Vorstand berufen worden. Er fungiert vorerst bis zum 31. August als stellvertretendes Vorstandsmitglied.

Anders als Mans wurde Finanzchef Moritz-Christian Krannich auf der Vertreterversammlung einstimmig entlastet. Krannich nach der Trennung von Mans in der vergangenen Woche vorübergehend die Führung von Landgard übernommen.

Umsatzrückgang von 100 Millionen Euro

Die Trennung von CEO Oliver Mans war für Außenstehende überraschend gekommen, hatte der Aufsichtsrat doch erst vor einem halben Jahr einstimmig eine Vertragsverlängerung mit Mans beschlossen. Dieser war seit Oktober 2022 als Vorstandschef von Landgard tätig. 

Als Grund für die Trennung von Oliver Mans ließ sich der Aufsichtsratsvorsitzende Bert Schmitz mit den Worten zitieren: „Der Aufsichtsrat hat festgestellt, dass das Vertrauensverhältnis zu Oliver Mans nicht mehr ausreicht, um Landgard zukunftsfest aufzustellen.“

Landgard erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Rückgang von etwa 100 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr, teilte das Unternehmen mit. Das Ergebnis vor Steuern lag nach eigenen Angaben bei 6,5 Millionen Euro. Die Rohertragsquote stieg den Angaben zufolge um 0,4 Prozentpunkte auf 12,0 Prozent.

Der Geschäftsbereich Blumen und Pflanzen erzielte einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro. Nach einem erfolgreichen Jahresauftakt dämpften Wettereinflüsse die Nachfrage, teilte Landgard mit. Der Bereich Obst und Gemüse erwirtschaftete 479 Millionen Euro Umsatz. Die Unternehmensbereiche Logistik und Dienstleistungen steuerten weitere 15 Millionen Euro zum Gesamtumsatz bei.

Aufsichtsratschef Schmitz sieht positive Entwicklung

„Trotz der belastenden konjunkturellen Entwicklungen ist es uns gemeinsam erneut gelungen, ein positives Ergebnis zu erreichen“, so der Aufsichtsratsvorsitzende Bert Schmitz. Schmitz wurde von der Vertreterversammlung im Amt bestätigt. Auch Manfred Rieke wurde als Aufsichtsratsmitglied wiedergewählt.

Die Genossenschaft stellte auf der Vertreterversammlung das Modernisierungsprogramm Landgard Nova vor. Mit diesem will sich das Unternehmen nach eigenen Angaben bis 2030 strategisch neu ausrichten. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Aufbau eines digitalen Marktplatzes.

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