Ernährungsdebatte Planteneers fordert Neubewertung veganer Ersatzprodukte

Der Hersteller Planteneers kritisiert die Einstufung pflanzlicher Proteinprodukte als ultrahochverarbeitet. In einem Whitepaper plädiert das Unternehmen für eine differenziertere Betrachtung. Planteneers schlägt vor, dass der Nährwert stärker berücksichtigt werden sollte.

Donnerstag, 05. Juni 2025, 13:23 Uhr
Thomas Klaus
Proteinreiche Lebensmittel auf pflanzlicher Basis sollten nach Auffassung des Herstellers Planteneers nicht pauschal als hochverarbeitet betrachtet werden. Bildquelle: Mirco Moskopp

Die Firma Planteneers, Hersteller von Systemlösungen für pflanzliche Ersatzprodukte, hat ein Whitepaper zur Diskussion um ultrahochverarbeitete Lebensmittel (Ultra Processed Foods, UPF) veröffentlicht. Das Unternehmen plädiert darin für eine differenziertere Betrachtung von proteinreichen Lebensmitteln auf pflanzlicher Basis. Es geht beispielsweise um pflanzliche Ersatzprodukte für Fleisch, Fisch und Molkereiprodukte. Diese gelten nach bestehenden Klassifizierungssystemen oft als ultrahochverarbeitet und damit als ungesund. 

Bohlmann: Gängige Klassifizierung nicht zeitgemäß

Das Whitepaper befasst sich insbesondere mit dem sogenannten Nova-System, das Lebensmittel nach ihrem Verarbeitungsgrad in vier Stufen einteilt. Rebecca Bohlmann, Produktmanagerin bei Planteneers und Co-Autorin des Whitepapers, kritisiert diesen Ansatz: „Angesichts der steigenden Bedeutung von pflanzlichen Alternativen stellt sich die Frage, ob eine Klassifizierung, die sich ausschließlich auf die Verarbeitungsstufen konzentriert und Parameter wie Nährwert oder Zusammensetzung der Produkte außer Acht lässt, zeitgemäß ist.“

Nährwert und Gesundheitsergebnisse im Vordergrund

Planteneers zufolge führt das Nova-System zu Widersprüchen. So stufe das System einen Bio-Sojadrink aus Wasser und Sojabohnen als verarbeitetes Lebensmittel ein, während derselbe Drink mit Vitamin-B12-Zusatz als ultrahochverarbeitet gelte und damit nicht empfohlen werde. „Aus unserer Sicht ist es von entscheidender Bedeutung, den Kategorisierungsrahmen so zu verfeinern, dass der Nährwert und die evidenzbasierten Gesundheitsergebnisse im Vordergrund stehen“, betont Bohlmann.

Planteneers: Pflanzliche Alternativen lassen sich optimieren

Das Unternehmen schlägt vor, Methoden wie Anreicherung und Fermentierung anzuerkennen, die Lebensmittelsicherheit und Nährstoffgehalt verbessern können. Zudem empfiehlt Planteneers, Vollwertkost wie Gemüse und Hülsenfrüchte in pflanzliche Produkte zu integrieren und diese mit essenziellen Nährstoffen anzureichern. „Durch die Kombination dieser Ansätze mit einer transparenten Aufklärung lassen sich pflanzliche Alternativen aus ernährungsphysiologischer Sicht sehr gut optimieren“, erläutert Bohlmann.

Planteneers will Diskussion voran treiben

Planteneers sieht in der UPF-Diskussion eine Chance für verbesserte pflanzliche Alternativen und eine höhere Akzeptanz bei den Verbrauchern. Das Unternehmen plädiert für mehr Clean-Label-Lösungen und Transparenz bei den Zutatenlisten.

Mit dem Whitepaper will Planteneers nach eigenen Angaben die Diskussion vorantreiben und weitere wissenschaftliche Untersuchungen zu pflanzlichen Lebensmitteln anregen.

Das in Ahrensburg ansässige Unternehmen Planteneers gehört zur Stern-Wywiol Gruppe. Diese erwirtschaftet laut Mitteilung einen Umsatz von über 668 Millionen Euro und beschäftigt weltweit knapp 1970 Mitarbeiter.

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