Der Bundesverband für Alternative Proteinquellen (BALPro) hat die künftige Bundesregierung aufgefordert, sie solle alternative Proteinquellen als strategischen Zukunftsmarkt anerkennen und im Koalitionsvertrag verankern. Deutschland drohe im internationalen Wettbewerb ins Hintertreffen zu geraten, während Länder wie die USA, Israel und Singapur gezielt in diesen Sektor investierten. Das teilte der Verband nach seiner Mitgliederversammlung in Hamburg mit.
Geschlossenheit und Dynamik der Branche deutlich spürbar
Der deutsche Markt für pflanzenbasierte Fleisch- und Milchalternativen ist nach Angaben des Verbands im Jahr 2024 um mehr als 7 Prozent gewachsen. Mit einem Umsatz von 2,24 Milliarden Euro sei Deutschland der führende Markt in Europa, so BALPro. Die Branche benötige jedoch klare politische Unterstützung und wirtschaftsfreundliche Regulierung, damit dieses Wachstum langfristig gesichert werde.
„Die Geschlossenheit und Dynamik unserer Branche waren auf der Mitgliederversammlung deutlich zu spüren. Unsere Unternehmen stehen für Innovation, Wertschöpfung und Zukunftsfähigkeit – jetzt muss die Politik liefern“, sagte der Vorstandsvorsitzende Fabio Ziemßen nach der Zusammenkunft. Die Branche benötige gezielte Unterstützung, um Technologien aus dem Labor in die industrielle Produktion zu überführen. Besonders Dänemark und die Niederlande hätten in der Europäischen Union bereits entsprechende Förderprogramme aufgelegt.
BALPro fordert schnellere EU-Zulassungen
Der Verband fordert zudem schnellere Genehmigungsverfahren für innovative Lebensmittel. Insbesondere die Novel-Food-Zulassung auf EU-Ebene müsse beschleunigt werden, damit Unternehmen eine verlässliche Marktstrategie entwickeln könnten, teilte BALPro mit. Alternative Proteine müssten als eigenständiger und zukunftsweisender Wirtschaftszweig anerkannt werden.
Die mehr als 100 Mitglieder des Verbands - darunter Start-ups, etablierte Unternehmen und Investoren - stünden geschlossen hinter diesen Forderungen, betonte BALPro. Der Verband erwarte substantielle Fortschritte aus der Arbeit des Stakeholder-Forums „Proteine der Zukunft auf den Teller“, das von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung koordiniert wird.
