Geflügelwirtschaft Eierproduzenten im Nachteil

Die Geflügelhalter beklagen eine Benachteiligung von Legehennenhaltern bei Beihilfen für die Landwirtschaft. Thünen-Institut soll falsche Berechnungsgrundlage angewendet haben.

Freitag, 22. Juli 2022 - Hersteller
Lebensmittel Praxis
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Die vom Bundeskabinett in der vergangenen Woche beschlossene Anpassungsbeihilfe erreiche nicht die Legehennenhalter, obwohl sie von den Auswirkungen des Krieges stark betroffen seien, kritisierte der Verband der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft am Donnerstag in Oldenburg. Das Thünen-Instituts habe in einer Stellungnahme an Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) bei Eiern falsche Preisnotierungen zugrundegelegt, kritisierte der Geflügelwirtschaftsverband. Anstelle der Erzeugerpreise habe das Institut die Großhandelspreise zugrundegelegt und damit die Erlöse der Erzeuger höher angegeben, als sie tatsächlich seien.

Von den derzeitigen Preissteigerungen bei Lebensmitteln profitieren die Eierproduzenten nach Angaben des Verbands nicht, weil sie ihre Produkte über Jahreskontrakte an den Lebensmitteleinzelhandel verkaufen, die noch bis Ende 2022 laufen. Derzeit machen die deutschen Eierproduzenten nach Verbandsangaben pro Ei Verluste von 2,5 bis 5 Cent. Für viele Legehennenhalter könne diese Situation das Aus bedeuten.

Derzeit steige die Nachfrage nach günstigeren Eiern aus Käfig- und Bodenhaltung, die aus dem Ausland nach Deutschland importiert werden, kritisierte Geflügelverbandschef Friedrich-Otto Ripke. Deutsche Eiererzeuger könnten zu diesen Kosten nicht produzieren: „Deutsche Legehennenhalter, die schon viele Jahre in mehr Tierschutz investiert haben, werden einmal mehr von der Bundesregierung ökonomisch völlig alleine gelassen.“

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