Eckes-Granini:Marktführer trotzt dem schwächelnden Markt

Bildquelle: Eckes-Granini

Eckes-Granini Marktführer trotzt dem schwächelnden Markt

Die Eckes-Granini Group GmbH konnte ihren Nettoumsatz im Geschäftsjahr 2017 um 9 Prozent auf 974 Millionen Euro steigern. Mit einem Vorsteuerergebnis von 87 Millionen Euro erreicht man fast das hohe Niveau von 2015. Mit zahlreichen Innovationen und Investitionen in Technik will Geschäftsführer Thomas Hinderer (Foto) dem rückläufigen Markt weiter entgegenwirken.

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Als Grund für das relativ moderate Ebit-Wachstum (2016: 86,1 Millionen Euro) nannte Hinderer hohe Kosten, vor allem durch Investitionen (insgesamt in den vergangenen Jahren nahezu 100 Millionen Euro an verschiedenen Standorten), Abschreibungen und hohe Rohstoffkosten, beispielsweise beim Apfel. Das ungleiche Wachstum bei Umsatz und Absatz (hier legte das Unternehmen um 2,1 Prozent auf 858 Millionen Liter zu) erklärte der Geschäftsführer mit Preisanpassungen, die man in nahezu allen europäischen Ländern durchgeführt habe. Der europäische Gesamtmarkt sei mit 5,1 Milliarden Litern und 6,8 Milliarden Euro bei Absatz leicht rückläufig und im Wert leicht steigend.

Auf Produktseite sollen dieses Jahr zahlreiche Neuheiten Impulse setzen. Dazu zählt die Erweiterung der Hohes C Plus Range, eine neue 1,5-l-Packung beim Klassiker Hohes C sowie die neue internationale Premium-Linie „Selection“ von Granini. Das Impuls-Segment wird durch neue Verpackungskonzepte bei Kleinpackungen unterstützt. Auch im Gastronomiebereich baut das Unternehmen sein Sortiment stetig aus, ganz aktuell mit der neuen Granini Cocktailrange als Pre-Mixes.

Insgesamt bezeichnet Hinderer das Marktumfeld als schwierig. Neben Kostendruck auf der Rohstoffseite spielten hier die preisaggressiven Eigenmarken eine große Rolle. Beim Markenumfeld beklagt der CEO, dass außer Eckes-Granini und Innocent keiner ernst zu nehmende Beträge in Werbekampagnen investiert, um so die Kategorie der Fruchtsäfte zu unterstützen.

Um dieser Verantwortung auch auf der Fläche gerecht zu werden, plant das Unternehmen zusammen mit Händlern in ganz Europa, die Kategorie Fruchtsaft mit einer neuen Regal-Präsentation aufzuwerten. Über die Höhe der Investitionen und Namen der Handelspartner will Hinderer sich noch nicht äußern.

Insgesamt lässt er durchblicken, dass das Unternehmen nach der Integration des dänischen Herstellers Rynkeby durchaus Interesse an weiterer Expansion hat. Allerdings wolle man sich dabei auf Europa beschränken. „Wir sind ein Familienunternehmen und nicht Unilever“, sagt Hinderer.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Hinderer durch die abgeschlossenen Investitionen in Dänemark und Frankreich mit einem besseren Vorsteuerergebnis als in 2017. Außerdem will man 2018 erstmals die 1-Milliarde-Euro-Grenze beim Nettoumsatz durchbrechen.

Zu der aktuellen Forderung einer Zuckersteuer sagt der Geschäftsführer, dass man dies ablehne und auch sehr offen kommuniziere. „Die Erfahrung in anderen Ländern hat gezeigt: Steuern führen zu einer Verteuerung der Kategorie, aber nicht zu weniger dicken Kindern.“ Viel wichtiger sei Aufklärung zum Thema Ernährung.