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Duales System Differenzen und neue Verträge

Lebensmittel Praxis | 07. September 2017
Duales System: Differenzen und neue Verträge

Bildquelle: Grüner Punkt

Der Grüne Punkt und drei weitere Recycling-Unternehmen haben noch einmal ihre Mengenmeldungen offengelegt. Anlass dazu boten erneut die großen Differenzen der Angaben der dualen Systeme an ihre Clearingstelle und an das DIHK-Register von rund 90.000 Tonnen.

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Diese Differenzen haben eine finanzielle Lücke im Gesamtsystem von etwa 60 Mio. Euro hinterlassen. Die Daten des Grünen Punkts, erfasst und gescheckt durch einen Wirtschaftsprüfer, liegen nun vor: Die Abweichung beträgt für Leichtverpackungen (LVP) lediglich 322 Tonnen. Das entspricht nicht einmal einem halben Prozent an der Gesamtmenge von 89.448 Tonnen. Diese Zahlen zeigen offenbar deutlich, dass der Grüne Punkt sauber arbeitet, gleichzeitig das Problem aber gewaltig sei, urteilt Michael Wiener, CEO des Grünen Punkts. „Denn wenn der Grüne Punkt als Anbieter mit dem größten Marktanteil für einen derart geringen Teil der Abweichung verantwortlich ist, wie groß muss der Anteil dann bei manch anderem Marktteilnehmer sein?“ mutmaßt er.

Die Recycling-Unternehmen Belland Vision, Interseroh und Reclay haben eine entsprechende Prüfung durch Wirtschaftsprüfer ebenfalls beauftragt und bestätigen schon jetzt, dass ihre Abweichungen ähnlich gering sind. „Das lässt nur den Schluss zu, dass einige Systeme sowohl die Umsetzungen der Bund-/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall als auch die Verpackungs-Verordnung nicht befolgen, und zwar auf Kosten der ehrlichen Marktteilnehmer“, so Markus Müller-Drexel, Geschäftsführer Interseroh.

Um Mengenabweichungen nicht länger hinnehmen zu müssen, haben der Grüne Punkt, BellandVision und Interseroh bereits Anfang August 2017 die bestehenden Verträge mit den Mitgliedern der Clearingstelle gekündigt und neue Verträge für das Leistungsjahr 2018 vereinbart. Neben der Reclay-Gruppe, die die neuen Verträge bereits gezeichnet hat, haben weitere drei Systembetreiber ihrerseits die bestehenden Clearing-Verträge zum 31. Dezember 2017 gekündigt und verhandeln neu.