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Ernährungsindustrie (BVE) Der Brexit macht Sorge

Lebensmittel Praxis | 07. Juni 2017
Ernährungsindustrie (BVE): Der Brexit macht Sorge

Bildquelle: gettyimages

Die Ernährungsindustrie in Deutschland schaut mit Sorge auf den Brexit, denn das Vereinigte Königreich ist mit einem Exportvolumen von jährlich 4,2 Mrd. Euro der fünftgrößte Absatzmarkt.

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Angesichts der ungewissen wirtschaftlichen Beziehungen zu Großbritannien nach dem Brexit betrachten die Unternehmen der Ernährungsindustrie die Entwicklungen besorgt. In der aktuellen Befragung äußerten 49 Prozent der Hersteller und Anbieter, dass sie negative Folgen des Brexit für die wirtschaftliche Entwicklung der Branche befürchten, 43 Prozent erwarten keinen Einfluss. Während eine Mehrheit von 54 Prozent der Unternehmen keine Auswirkungen auf die Gesamtexporte annimmt, gehen 61 Prozent der Unternehmen zumindest von sinkenden Exporten in das Vereinigte Königreich aus.

Die Erwartungen sind jedoch von Branche zu Branche unterschiedlich; so erwartet beispielsweise die Backwarenindustrie negative Folgen des Brexit für ihr gesamtes Exportgeschäft. Insgesamt liegt der Anteil der Exporte nach Großbritannien am Gesamtexport bei der Mehrheit der Teilbranchen und Unternehmen unterhalb von 10 Prozent. Gleichzeitig verzeichnete die Ernährungsindustrie im Mai 2017 ein freundliches Exportklima. Der Saldo aus Geschäftslage und -erwartungen stieg im Vorjahresvergleich um 8 Punkte auf 44 Punkte. Getragen wird der positive Trend durch die verbesserte aktuelle Geschäftslage.

Bei der Mehrzahl der Teilbranchen verbesserte sich das Exportklima gegenüber dem Vorjahr, nur die Exporteure von Bier, Backwaren und Öl zeigten sich pessimistischer. Die wichtigsten Exportmärkte sind laut Einschätzung der Unternehmen derzeit die Niederlande, Frankreich, die Schweiz, Österreich, Italien, die USA und China. Der Anteil der Unternehmen, die auch in Länder außerhalb der EU exportieren, lag im Vorjahresvergleich konstant bei 74 Prozent. Die Erwartungen an einen steigenden Absatz in den nächsten sechs Monaten verbesserten sich für die Niederlande, Frankreich, Belgien und Spanien sowie für China und Japan.