„Die Einführung von Strafsteuern auf Lebensmittel ist der falsche Weg. Erfahrungen in anderen EU-Ländern zeigen, dass dies in aller Regel nicht die gewünschte Lenkungswirkung hat“, hatte Ernährungsminister Schmidt gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) gesagt. Anlass war die Veröffentlichung einer Foodwatch-Marktstudie, der zufolge 274 (59 Prozent) von 463 untersuchten Erfrischungsgetränken überzuckert sind. Neben Foodwatch fordern u.a. der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte, die Deutsche Diabetesgesellschaft sowie Gesundheitspolitiker von CDU und SPD eine Hersteller-Abgabe für besonders zuckerhaltige Getränke, wie sie ab 2018 in Großbritannien vorgesehen ist.
Foodwatch reagiert mit einer Pressemitteilung auf die Aussage von Schmidt: Erfahrungen aus anderen Ländern, die solche Maßnahmen bereits ergriffen haben, würden den Einfluss auf das Einkaufsverhalten deutlich belegen. In Mexiko, aber auch in Finnland und Frankreich, ging demnach der Zuckergetränke-Konsum nach Einführung einer Steuer zurück. In Dänemark führte eine Steuer auf gesättigte Fette zu einem Verkaufsrückgang der betroffenen Lebensmittel um bis zu 15 Prozent. In Ungarn änderten zudem 40 Prozent der Hersteller nach Einführung einer Zuckersteuer ihre Rezepturen: 30 Prozent von ihnen entfernten die besteuerte Zutat komplett, 70 Prozent verringerten den Anteil. Folgerichtig würde die Weltgesundheitsorganisation in dem aktuellen Maßnahmenplan der Kommission "Ending Childhood Obesity" (ECHO) explizit Steuern auf Zuckergetränke empfehlen.
Foodwatch Abgabe auf Zucker hat Wirkung
„Der Zusammenhang zwischen dem Konsum zuckergesüßter Getränke und Adipositas, Diabetes und anderen Krankheiten ist klar belegt ", sagt Oliver Huizinga von Foodwatch. Die Verbraucherorganisation reagiert auf die Aussage von Ernährungsminister Christian Schmidt, eine Lenkungsabgabe auf besonders zuckerhaltige Getränke sei wirkungslos.
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