Die Ernährungsmesse Anuga ist vielen Lebensmittelhändlern und Lebensmittelproduzenten sehr vertraut. Eine aktuelle Analyse des Forschungs- und Beratungsunternehmens Prognos belegt nun ihre wirtschaftliche Bedeutung für Deutschland. Sie wurde ergänzend zu Berechnungen im Auftrag des Verbands der deutschen Messewirtschaft AUMA erstellt.
Demnach erzeugen Veranstaltungen auf Deutschlands drittgrößtem Messegelände in einem durchschnittlichen Messejahr bundesweit einen wirtschaftlichen Gesamteffekt von 2,6 Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte davon entfällt mit rund 1,4 Milliarden Euro auf die Stadt Köln. Weitere Effekte in Höhe von 561 Millionen Euro entstehen in Nordrhein-Westfalen, 721 Millionen Euro in den übrigen Bundesländern.
Auch bundesweit hohe Bedeutung der Messewirtschaft
Insgesamt sind mit den Veranstaltungen der Koelnmesse gut 25.000 Jobs verbunden. Davon sind rund 14.000 in Köln, knapp 5.600 in Nordrhein-Westfalen und etwa 5.500 im übrigen Deutschland zu finden. Besonders profitieren Gastgewerbe, Verkehr und Transport, Messe- und Standbaudienstleistungen sowie öffentliche Haushalte. „Messen sind weit mehr als temporäre Branchentreffpunkte. Sie schaffen reale Wertschöpfung, sichern Beschäftigung und stärken die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland“, sagt Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse.
Auch bundesweit zeigt sich die hohe wirtschaftliche Bedeutung der gesamten Messewirtschaft. In einem durchschnittlichen Messejahr lösen Messeveranstaltungen in Deutschland direkte, indirekte und induzierte Umsätze von rund 30 Milliarden Euro aus. Damit sichern sie rechnerisch rund 280.000 Arbeitsplätze und führen zu Steuereinnahmen von rund 5,4 Milliarden Euro. Die Ergebnisse unterstreichen die Rolle von Messen als zentralem Impulsgeber für Unternehmen, Branchen und Standorte.
Allein in Köln 296 Millionen Euro Gastro-Umsatz
Grundlage der Berechnungen sind Befragungen von Ausstellern und Besuchern im Messezyklus 2024/25 sowie wissenschaftlich fundierte Input-Output-Modellrechnungen. Für die Koelnmesse wurden unter anderem die Veranstaltungen Anuga, Gamescom, Interzum, Kind + Jugend und Spoga+Gafa berücksichtigt. Die Untersuchung erfasst Ausgaben von Ausstellern und Besuchern, etwa für Standbau, Standmiete, Mobilität, Übernachtung, Verpflegung und weitere Dienstleistungen. Die daraus resultierenden direkten Effekte werden um indirekte Wirkungen entlang der Lieferketten sowie induzierte Effekte durch zusätzlichen Konsum ergänzt. Darin noch nicht enthalten sind die substanziellen Effekte des Kongress- und Tagungsgeschäfts der Koelnmesse. Sie werden im Sommer 2027 erhoben.
Besonders stark profitieren von den Veranstaltungen der Koelnmesse die Bereiche Gastgewerbe, Messedienstleistungen sowie Verkehr und Transport. Allein in Köln generieren Messen rund 296 Millionen Euro Umsatz im Gastgewerbe. Insgesamt werden in einem durchschnittlichen Messejahr gut 900.000 Übernachtungen von Besuchern und Ausstellern im Zusammenhang mit Veranstaltungen der Koelnmesse gebucht – davon knapp 550.000 direkt in Köln.
456 Millionen Euro Steuereinnahmen generiert
Die wirtschaftlichen Aktivitäten schlagen sich auch in erheblichen Steuereinnahmen nieder. Bundesweit entstehen durch Veranstaltungen der Koelnmesse laut der Prognos-Studie rund 456 Millionen Euro an Steuereinnahmen. Davon entfallen 209 Millionen Euro auf den Bund, 172 Millionen Euro auf Nordrhein-Westfalen, 37 Millionen Euro auf die übrigen Bundesländer und 38 Millionen Euro auf die Stadt Köln.
Die Studien unterstreichen die Rolle von Messen als Plattformen für Innovation, Internationalisierung und Geschäftsanbahnung. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten schaffen sie persönliche Begegnung, Marktzugang und zusätzliche Nachfrage. Für die Koelnmesse bestätigen die Ergebnisse die Bedeutung ihrer strategischen Weiterentwicklung: „Mit unseren internationalen Leitmessen, ihrer starken Verankerung in Köln und unserem Investitionsprogramm zur Zukunft des Geländes bleibt die Koelnmesse ein zentraler Motor für Wertschöpfung, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit“, so das Fazit von Gerald Böse.