Außenwirtschaft Exporte in den Iran brechen um ein Viertel ein

Deutschland liefert immer weniger Waren in den Iran. Im Jahr 2025 sanken die Exporte um fast 25 Prozent – seit 2018 sogar um knapp zwei Drittel. Der Iran liefert nach Deutschland vorwiegend Nahrungsmittel – vor allem eine Ware, die häufig als Snack dient oder in Süßwaren verarbeitet wird.

Montag, 20. April 2026, 10:47 Uhr
Manuel Glasfort
Wichtiges Exportgut für den Iran: Pistazien reifen an Bäumen, die in dem trockenen Land gut gedeihen. Bildquelle: Getty Images

Der Handel zwischen Deutschland und dem Iran schrumpft weiter deutlich. Im Jahr 2025 exportierte Deutschland Waren im Wert von 961,6 Millionen Euro in den Iran – ein Rückgang um 24,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Auch zu Beginn des Jahres 2026 setzt sich der Abwärtstrend fort: In den ersten beiden Monaten sanken die Exporte in den Iran den Angaben zufolge um 48,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 102,3 Millionen Euro.

Die Importe aus dem Iran nach Deutschland entwickelten sich dagegen leicht positiv. Sie stiegen laut dem Statistischen Bundesamt im Jahr 2025 um 1,7 Prozent auf 234,5 Millionen Euro. Nahrungsmittel machten dabei fast zwei Drittel der Einfuhren aus: Ihr Wert betrug 153,9 Millionen Euro. Allein Pistazien ohne Schale schlugen mit 78,0 Millionen Euro zu Buche. Auch in den ersten beiden Monaten 2026 legten die Importe aus dem Iran leicht zu – um 1,9 Prozent auf 37,0 Millionen Euro.

Wichtiges Exportland für Pistazien

Der Iran ist eines der Hauptanbauländer für Pistazien. Die Regierung in Teheran hatte zu Beginn der amerikanisch-israelischen Luftschläge gegen das Land bereits Anfang März sämtliche Lebensmittelexporte verboten. Allerdings berichtet ein Pistazienhändler in Deutschland gegenüber der Lebensmittel Praxis, das die Unterbrechung lediglich rund zwei Wochen gedauert habe und die Lieferungen wieder stattfänden.

Im Vergleich zum Jahr 2018 hat der deutsch-iranische Handel massiv an Bedeutung verloren. Damals hatten die deutschen Exporte in den Iran noch 2,7 Milliarden Euro betragen, die Importe 440,8 Millionen Euro. Seitdem sind die Ausfuhren laut dem Statistischen Bundesamt um 64,3 Prozent und die Einfuhren um 46,8 Prozent eingebrochen. Ende 2018 hatten die Vereinigten Staaten umfassende Sanktionen gegen den Iran wieder in Kraft gesetzt, was den weltweiten Handel mit dem Land erheblich beeinträchtigte. In der Rangfolge der wichtigsten deutschen Exportpartner rutschte der Iran von Platz 51 im Jahr 2018 auf Rang 72 im Jahr 2025 ab – hinter Zypern und vor dem Oman.

Maschinen bleiben wichtigstes Exportgut

Wichtigstes deutsches Exportgut in den Iran blieben Maschinen mit einem Wert von 248,4 Millionen Euro, obwohl die Ausfuhren in dieser Warengruppe um 33,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgingen. Es folgten pharmazeutische Erzeugnisse mit 228,7 Millionen Euro und chemische Erzeugnisse mit 141,8 Millionen Euro. Der Exportüberschuss im Handel mit dem Iran betrug den Angaben zufolge im Jahr 2025 noch 727,1 Millionen Euro, nach 1,0 Milliarden Euro im Vorjahr und 2,3 Milliarden Euro im Jahr 2018.

Auch die Zahl der am deutsch-iranischen Handel beteiligten Unternehmen geht laut dem Statistischen Bundesamt stark zurück. Im Jahr 2024 waren demnach noch 2.556 Unternehmen in den Handel involviert – 61,4 Prozent weniger als im Jahr 2018, als 6.630 Unternehmen am Handel mit dem Iran teilnahmen. Besonders stark sank die Zahl der exportierenden Unternehmen: von 5.352 im Jahr 2018 auf 1.504 im Jahr 2024.

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