Alles auf Lila
Verbraucher haben vor allem durch Matcha-Pulver oder auch die Pistazie in den letzten Jahren schon so einige grüne Food-Kreationen gesehen. Jetzt erobert eine neue Farbe die Gastro-Welt. Lila ist die Food-Farbe 2026! Die Farbe kommt von Ube, einer violetten Yamswurzel von den Philippinen, die seit einiger Zeit in die USA und Japan exportiert wird und dort die Herzen der Menschen erobert. Durch ihren natürlich süßen und nussigen Geschmack eignet sie sich besonders gut für Süßspeisen. Wer also für dieses Jahr noch auf der Suche nach einer Sommer-Special-Edition ist, könnte mit der Ube einen Fang machen! Integrieren ließe sich diese in Produkten mit weißer Schokolade, in Gebäck oder auch als Add-on für Matcha- und Kaffee-Kreationen. Der Hebel für Marken liegt weniger im Geschmack als im visuellen Impact: Lila Produkte funktionieren als Eyecatcher – nach Schwarz und Matcha der nächste Farbtrend, der Aufmerksamkeit am Point of Sale und auf Social Media zieht.
Angst, etwas zu verpassen
Whopper oder Big King? Die Qual der Wahl zwischen den beliebtesten Burgern von Burger King hat ein Ende. Der Fast-Food-Konzern hat mittels einer eigenen Befragung erstaunliche Ergebnisse herausgefunden und daraufhin ein neues Produkt gelauncht. Eine Box mit drei Baby-Burgern der drei beliebtesten Gerichte. Doch spannend ist das nicht nur für Fast-Food-Marken, denn die Umfrageergebnisse sprechen eine ganz klare Sprache. Fast 50 Prozent der Befragten könnten nur schwer eine Entscheidung treffen, aus Angst, etwas zu verpassen. Wir haben also ständig Angst, nicht die richtige Entscheidung zu treffen oder etwas zu verpassen – Marken sollten sich dessen bewusst sein, wie ihre Konsumenten ticken. Laut Umfrage geben sechs von zehn Menschen an, lieber kleinere Portionen zu wählen, um mehr Vielfalt zu genießen. Hier sollten Marken genau zuhören. Statt großer Einzelportionen gezielt Probier- oder Mix-&-Match-Angebote einführen und aktiv als Lösung für Unentschlossene positionieren.
Challenge für die Community
Wer bereits einmal einen Chupa-Chups-Lolli gekauft hat, weiß, wie schwer es ist, das Plastik drum herum zu entfernen. Die Marke hat sich nun dazu entschieden, eine leichter zu öffnende Verpackung auf den Markt zu bringen. Doch das allein wäre noch nicht wirklich spektakulär. Denn eine Strategie zahlt sich für Marken auf Social Media schließlich immer aus: Entertainment. Begleitet wird die Markteinführung also von der limitierten „Impossible to Open“-Version. Der Bulletproof Lolli – mit Carbon-Verbundschale, Aramidfasern, Siliziumkarbidbeschichtung und Flüssiggummi – soll sich von nichts und niemandem öffnen lassen. Und die Aktion ist clever, denn das Internet liebt Challenges, und so verbinden sich Menschen miteinander gegen die Herausforderung und tauschen sich darüber aus, wie sie den Lolli knacken könnten. Unter dem #ChupaSpeedChallenge haben sich einige User der unmöglichen Challenge gestellt und ordentlich Aufsehen erregt. Das Learning für Marken: Selbst kleine Produktänderungen lassen sich als Challenge inszenieren und werden erst durch Beteiligung der Community zum viralen Format.
Die LP-Kolumnistin Lina Arnold ist CEO von Joli und Expertin für Food-Trends und Konsumverhalten. Mit viel Gespür und Einblick in große Datenbanken zeigt sie, welche Trends den Lebensmittelhandel beeinflussen und wie Marken davon profitieren. Social Media Agentur | TikTok Agentur – Joli