Protest gegen Trump Boykottbewegung gegen US-Produkte bleibt aus

Eine breite Boykottbewegung gegen US-Produkte bleibt in Deutschland bisher aus. Lediglich etwa jeder sechste Verbraucher in Deutschland (17 Prozent) hat einer Studie zufolge zuletzt als Reaktion auf US-Präsident Donald Trump und seine Politik auf die Nutzung US-amerikanischer Produkte und Dienstleistungen verzichtet. Das geht aus Daten des Nürnberg Institutes für Marktentscheidungen (NIM) hervor. 

Dienstag, 10. März 2026, 14:25 Uhr
Thomas Klaus (mit dpa)
Das Verhältnis zwischen den USA und Deutschland war schon mal besser als unter US-Präsident Donald Trump. Manche Verbraucher reagieren mit dem Boykott von US-Produkten. Bildquelle: Getty Images

Die Politik von US-Präsident Donald Trump treibt manche Verbraucher in Deutschland zum Boykott US-amerikanischer Produkte und Dienstleistungen. Das belegt eine Studie des Nürnberg Institutes für Marktentscheidungen. Etwa jeder sechste Verbraucher in Deutschland (17 Prozent) hat demnach bereits verzichtet. 19 Prozent der Befragten sagten, sie hätten sich zuletzt verstärkt über europäische Alternativen zu US-Produkten und Dienstleistungen erkundigt. 27 Prozent erwiderten hingegen, sie nutzten US-Produkte und Dienstleistungen wie gewohnt und planten keine Einschränkung.

Die Umfrage wurde zwischen dem 29. Januar und dem 2. Februar durchgeführt, also einige Wochen vor Beginn des Kriegs im Iran. Befragt wurden 1.006 Männer und Frauen im Alter von 18 bis 74 Jahren. Dem Institut zufolge ist die Umfrage repräsentativ für die deutschsprachige Wohnbevölkerung dieser Altersklasse.

Produkte der US-Technologie-Riesen schwer ersetzbar

Die Politik der amerikanischen Regierung wirke sich negativ auf die Wahrnehmung von US-Marken aus. Für eine breite Boykottbewegung reiche das aber noch nicht. Das sagte Katharina Gangl, Direktorin Studien am NIM. Das liege auch daran, dass viele US-Marken als schwer ersetzbar gelten. 

Die Befragten gaben vor allem bei den großen Technologieunternehmen wie Microsoft, Google, Amazon und Meta an, dass es ihnen schwerfiele, deren Produkte durch europäische Alternativen zu ersetzen. Deutlich leichter würde es den Befragten demnach etwa bei Modemarken, Coca-Cola-Produkten oder auch bei McDonald's fallen. 

Eine Ausnahme bildet Tesla: Der US-Elektroautobauer gilt als einfach ersetzbar und der Anteil derer, die Tesla künftig meiden wollen, liegt im Vergleich zu anderen Marken deutlich am höchsten. Ein Grund dürfte hier der polarisierende Firmenchef Elon Musk sein.

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