DIHK und HDE alarmiert Wirtschaft besorgt angesichts des Krieges im Iran

Die deutsche Wirtschaft blickt besorgt auf die möglichen Folgen des Iran-Krieges für Deutschland. Auch wenn die wirtschaftlichen Konsequenzen noch nicht klar abzusehen sind, warnen die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) und der Handelsverband Deutschland (HDE) vor steigenden Energiepreisen.

Montag, 02. März 2026, 15:33 Uhr
Manuel Glasfort
An der Zapfsäule wird es teurer: Die Folgen des Iran-Krieges sind bereits jetzt in Deutschland spürbar. Die Wirtschaft ist in Sorge. Bildquelle: Getty Images

Die Folgen der Gewalteskalation im Nahen Osten treiben auch deutschen Wirtschaftsvertretern die Sorgenfalten auf die Stirn. Der Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelkammer (DIHK) Volker Treier ließ sich mit den Worten zitieren: „Noch sind die wirtschaftlichen Folgen nicht klar abzusehen. Negative Auswirkungen zeichnen sich jedoch insbesondere durch steigende Ölpreise sowie zu befürchtende neue Lieferkettenprobleme ab.“ 

Die USA und Israel hatten am Wochenende massive Luftangriffe auf Ziele im Iran gestartet und dabei auch den religiösen Machthaber Ajatollah Ali Chamenei getötet. Der Iran reagierte mit Angriffen auf US-Militärbasen in der Region und Raketenattacken auf Israel. Zudem hatte das Mullah-Regime eine Schließung der Straße von Hormus verkündet. Durch diese Meerenge im Persischen Golf wird ein wesentlicher Teil des weltweit gehandelten Rohöls mit Öltankern transportiert.

Der Ölpreis zog am Montag nach Öffnung der Börsen stark an. Die Sorte Brent legte bis zum Nachmittag um mehr als 9 Prozent zu auf knapp 80 US-Dollar (68 Euro) je Barrel. Auch an den Zapfsäulen in Deutschland stiegen die Preise für Benzin und Diesel am Montag an. Ein Produktionsstillstand für Flüssigerdgas in Katar ließ zudem die Notierungen für Erdgas in Europa in die Höhe schnellen. 

DIHK-Experte: Störung im Roten Meer würde Logistikketten treffen

DIHK-Außenwirtschaftschef Treier kommentierte: „Deutschland ist auf Öl- und LNG‑Lieferungen angewiesen. Schon die Aussicht auf Einschränkungen würde die Weltmarktpreise spürbar treiben. Die Energiemärkte reagieren bereits jetzt empfindlich.“ Weiter führte der Experte aus: „Zugleich ist die Golfregion ein neuralgischer Knoten im globalen Containerverkehr und in der Luftfahrt. Weitere Störung – etwa im Roten Meer – würde internationale Logistikketten empfindlich treffen, und damit auch die deutsche Wirtschaft.“

Auch der Handel beobachtet die Gewaltspirale im Mittleren Osten mit Sorge. Zwar seien die globalen Lieferketten aktuell mit Ausnahme des Luftfrachtverkehrs nicht direkt betroffen, teilte ein Sprecher des Handelsverbands Deutschland (HDE) gegenüber der Lebensmittel Praxis mit. „Insbesondere der Seefrachtverkehr aus Asien ist allerdings darauf angewiesen, dass der Zugang zum Roten Meer und damit zur Passage durch den Suez-Kanal gesichert ist.“ Weiter warnt der HDE: „Da erhebliche Mengen Erdöl und Gas aus der Region kommen, könnten hier die Preise für Diesel und Gas steigen, was sich mittelfristig auf die Kalkulation der Logistikpreise auswirken könnte.“

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