HDE-Konsumklima  Verbraucher sparen statt zu kaufen

Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland verbessert sich im Januar nach Daten des Handelsverbands leicht. Dennoch steigt die Sparneigung, während die Kauflust sinkt. Die Konsumenten wollen offenbar ein Finanzpolster aufbauen.

Montag, 12. Januar 2026, 13:42 Uhr
Theresa Kalmer
Nachdem die Verbraucherstimmung im Dezember 2025 das Jahr mit dem tiefsten Stand seit einem Jahr beendet hat, beginnt das neue Jahr 2026 mit einer leichten Stimmungsaufhellung. Bildquelle: AdobeStock

Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland hat sich im Januar leicht verbessert. Das zeigt das aktuelle Konsumbarometer des Handelsverbandes Deutschland (HDE). Der Index klettert nach dem tiefsten Stand seit einem Jahr im Dezember 2025 wieder etwas nach oben. Die Verbraucher bleiben dennoch beim Einkaufen zurückhaltend.

Nach dem Weihnachtsgeschäft sinkt die Anschaffungsneigung der Verbraucher im Vergleich zum Vormonat, während die Sparneigung steigt. Die Konsumenten wollen in den kommenden Wochen offenbar ein Finanzpolster aufbauen, wie der Handelsverband mitteilt. Ein größeres Wachstum beim privaten Konsum sei daher nicht zu erwarten. Die Zurückhaltung werde erst nachlassen, wenn sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen deutlich verbesserten.

Hoffnung macht laut dem HDE, dass die Verbraucher etwas optimistischer auf die kommende Konjunkturentwicklung blicken. Ihre Konjunkturerwartungen hellen sich im Vergleich zum Vormonat auf und fallen besser aus als vor einem Jahr. Auch auf die Entwicklung der eigenen Einkommenssituation schauen die Verbraucher positiv. „Das Jahr 2026 ist mit der Hoffnung auf einen wirtschaftlichen Aufschwung verbunden“, heißt es in der Mitteilung des Verbandes.

Handelsverband fordert nachhaltiges Wachstum

Noch bestehen allerdings große Unsicherheiten, die zu einer anhaltenden Kaufzurückhaltung führen können, wie der Handelsverband warnt. Die Bundesregierung sei gefragt, ihre politischen Vorhaben umzusetzen und für nachhaltiges Wachstum zu sorgen. „Das ist die Voraussetzung für eine Erholung des privaten Konsums“, zitiert der Verband aus der Analyse.

Das Konsumbarometer basiert auf einer monatlichen Umfrage unter 1.600 Personen zur Anschaffungsneigung, Sparneigung, finanziellen Situation und zu anderen konsumrelevanten Faktoren. Das Barometer, das vom Handelsblatt Research Institute im Auftrag des Handelsverbandes erstellt wird, hat eine Indikatorfunktion für den privaten Konsum. Es bildet nicht das aktuelle Verbraucherverhalten ab, sondern die erwartete Stimmung in den kommenden drei Monaten.

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