Verschiedene Influencer fordern Aldi auf, auf zwei kontroverse Methoden in der Garnelenzucht zu verzichten. Mit dabei sind unter anderem das Model Marie von den Benken, der Tierfilmer Christian Ehrlich, der Schauspieler Brix Schaumburg sowie die Content Creators Bobby Alexander Stein und Anna Schwaab. Ihr gemeinsamer Video-Appell erreichte auf Youtube binnen kurzer Zeit über 15.000 Likes und hunderte Kommentare.
Bezug auf ICAW-Recherchen
Die Influencer beziehen sich auf eine Recherche des International Council for Animal Welfare (ICAW). Diese dokumentiere kritikwürdige Zustände auf Garnelenfarmen in Indien und Indonesien: Muttertieren würden die Augen abgeschnitten, um die Ei-Produktion zu erhöhen. Bei der Schlachtung ersticken nach ICAW-Angaben viele Tiere qualvoll, weil sie mit der gängigen Eiswasser-Methode nicht zuverlässig betäubt würden. Aldi-Produkte seien zu einem betroffenen Produzenten in Indien zurückverfolgt worden.
Wie Aldi Süd argumentiert
Von Aldi Süd wird die derzeitige Betäbungsmethode mittels Eisbad als branchenüblich bezeichnet. Sie sei von Standardgebern wie dem Aquaculture Stewardship Council (ASC) anerkannt, sofern sie korrekt angewendet werde. Nichtsdestotrotz solle die Praxis der Augenstielablation bis spätestens 2031 in der gesamten Lieferkette abgeschafft werden.
Aldi Süd kooperiert nach eigener Darstellung mit Lieferanten und Zertifizierungsstellen, damit wissenschaftliche Leitlinien zum elektrischen Betäuben von Garnelen geprüft und umgesetzt würden. Mit diesem Ansatz möchte Aldi Süd höhere globale Standards etablieren und nachhaltige Veränderungen in der gesamten Branche bewirken.
Wie Aldi Nord argumentiert
Aldi Nord betont ausdrücklich, dass die Praxis der Augenstielablation die Zuchtpopulation betreffe und nicht die Tiere, die direkt bei Aldi verkauft würden.
Aldi Nord will die Augenstielablation bei Zuchtgarnelen schrittweise abschaffen. Für Weißfußgarnelen soll dies bis 2029, für Riesengarnelen bis 2031 erfolgen. Für Bio-Garnelen gelte diese Regelung bereits heute, heißt es.
Mit geschätzten 2,5 Milliarden verzehrten Tieren pro Jahr sind Garnelen das meistgegessene Tier Deutschlands. Die London School of Economics stufte Krebstiere bereits 2021 als schmerzempfindungsfähig ein. Mehrere europäische Länder hätten dies rechtlich anerkannt, so der ICAW.
