EU-Verhandlungen Lebensmittelfirmen fordern Kennzeichnungspflicht für neue Gentechnik

Mehrere Unternehmen aus der Lebensmittelbranche haben führende Politiker der Europäischen Union aufgefordert, bei den Trilog-Verhandlungen zur Regelung neuer genomischer Techniken auf einer verpflichtenden Kennzeichnung zu bestehen. Sie schrieben einen offenen Brief. 

Mittwoch, 26. November 2025, 11:28 Uhr
Thomas Klaus
Umstrittene gentechnische Eingriffe: Ohne Kennzeichnung entsprechender Produkte drohe der Branche eine unkalkulierbare wirtschaftliche Bedrohung, heißt es in einem offenen Brief zu den Verhandlungen auf EU-Ebene.  Bildquelle: Unsplash/Markus Spiske

Mehrere Unternehmen der Lebensmittelbranche dringen in einem offenen Brief auf eine verpflichtende Kennzeichnung für Produkte aus neuen genomischen Techniken. Sie wenden sich an Manfred Weber, den Vorsitzenden der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) als größter Fraktion, an die Verhandlungsführerin im Europäischen Parlament, Jessica Polfjärd, und an den zuständigen Fachpolitiker Stefan Köhler. 

Namhafte Unterzeichner des offenen Briefes

Unterzeichner des offenen Briefes sind Rewe-Vorstandsmitglied Dr. Daniela Büchel, dm-Geschäftsführerin Kerstin Erbe, Alnatura-Geschäftsführer Götz Rehn, Dennree-Kommunikationsleiter Lukas Nossol und Seraphine Wilhelm, Geschäftsführerin von Rapunzel Naturkost.

Ohne Kennzeichnung drohe der Branche eine unkalkulierbare wirtschaftliche Bedrohung, argumentieren die Unterzeichner. Die Unternehmen fordern die EVP-Fraktion auf, die Position des Europaparlaments in den Verhandlungen mit Kommission und Rat ohne Einschränkung zu vertreten. Das Parlament hatte sich im Gegensatz zu Kommission und Rat dafür ausgesprochen, dass für Produkte, die mit neuen genomischen Techniken hergestellt wurden, eine Kennzeichnungspflicht bestehen bleibt. 

„Unkalkulierbare wirtschaftliche Bedrohung“

Die Unternehmen verlangen, dass die EVP-Fraktion einem Verhandlungsergebnis nur zustimmt, wenn darin die Wahlfreiheit mit vollständiger Kennzeichnungspflicht, Rückverfolgbarkeit und Koexistenzmaßnahmen gesichert bleibt. Verbraucher, Landwirte, Lebensmittelhersteller und Händler müssten weiterhin eine freie Wahl haben, argumentieren die Unterzeichner.

Eine Neuregelung ohne diese Bestandteile wäre nach Angaben der Unternehmen eine unkalkulierbare wirtschaftliche Bedrohung für die gesamte europäische Lebensmittelbranche. Besonders betroffen wären der Sektor für Produkte ohne Gentechnik und die Bio-Branche. „Das darf gerade die EVP nicht zulassen“, heißt es in dem Brief.

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