Die Einkaufs- und Lieferkettenberatung Kloepfel by Epsa hat einen Gehaltsreport für Einkäufer in der DACH-Region veröffentlicht. An der Erhebung beteiligten sich 1.936 Fachkräfte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, davon 1.146 aus Deutschland.
Mittleres Einkommen im Handel: 92.000 Euro
Die Gehälter unterscheiden sich stark nach Branche. Im Handel liegt das mittlere Einkommen bei 92.000 Euro.
In der Industrie verdienen Einkäufer im Schnitt 97.000 Euro, im Dienstleistungssektor 91.000 Euro. Innerhalb der Dienstleistungen zahlt die IT- und Telekommunikation mit 112.000 Euro am besten, das Baugewerbe mit 74.000 Euro am schlechtesten. In der öffentlichen Hand sind 91.000 Euro der Mittelwert. Infrastrukturbetriebe zahlen dort mit 104.000 Euro deutlich mehr als Verwaltung und Behörden mit 80.000 Euro.
Leistungsmessung gut für das Gehalt
Die Position bestimmt das Gehalt erheblich. Operative Einkäufer verdienen rund 55.000 Euro, strategische Einkäufer etwa 80.000 Euro. Einkaufsleiter kommen auf durchschnittlich 114.000 Euro, Chief Procurement Officers auf 163.000 Euro im Jahr.
Wer Leistung nicht messen lässt, verdient laut der Erhebung rund 19 Prozent weniger als der Schnitt von 96.000 Euro. Selten genannte Kriterien wie Risikomanagement, Nachhaltigkeit oder Digitalisierung gehen dagegen mit überdurchschnittlichen Einkommen einher.
Baden-Württemberg zahlt zehn Prozent über dem Schnitt
Auch der Standort spielt eine Rolle. Baden-Württemberg liegt 10 Prozent über dem Bundesschnitt, Bayern 5 Prozent. Berlin zahlt Einkaufsleitern im Schnitt 128.000 Euro. Am unteren Ende stehen Sachsen mit 22 Prozent unter dem Schnitt, das Saarland mit 28 Prozent und Mecklenburg-Vorpommern mit 32 Prozent. Wer sowohl direkte als auch indirekte Beschaffung verantwortet, verdient rund 10 Prozent mehr als der Gesamtschnitt. 43 Prozent der Befragten arbeiten in beiden Bereichen.
Frauen verdienen deutlich weniger
Frauen verdienen im Einkauf im Schnitt 21 Prozent weniger als Männer. Höhere Teilzeitquoten und eine geringere Präsenz in Führungspositionen erklären einen Teil der Differenz. Dennoch bleibt laut der Beratung ein Unterschied von 11 Prozent. Im strategischen Einkauf beträgt der Unterschied nur 3 Prozent.
Nur wenige arbeiten in Teilzeit
Lediglich 2,4 Prozent der Befragten arbeiten in Teilzeit. 28 Prozent leisten fünf Stunden und mehr Überstunden pro Woche. Bei Chief Procurement Officers sind es 69 Prozent, die mit diesem Pensum Spitzengehälter von 159.000 bis 182.000 Euro erreichen. Unternehmen nutzen bereits zu 39 Prozent Künstliche Intelligenz oder planen den Einsatz. Nutzer verdienen im Schnitt 21 Prozent mehr als diejenigen ohne Nutzung, je nach Sektor sogar bis zu 38 Prozent.