Draufsicht Chinas Tomatenmark-Boom endet abrupt – was dahintersteckt

Hintergrund

Satellitenbilder erklären Entwicklungen, die die Branche beschäftigen. Diesmal: Wie China den Weltmarkt für Tomaten dominiert – und warum der Tomatenmark-Boom in dem Land plötzlich abebbt.

Donnerstag, 30. Oktober 2025, 07:14 Uhr
Hendrik Varnholt

2017

Satellitenaufnahme von 2017

Bildquelle: EU/Copernicus Sentinel

2017

China ist das mit Abstand bedeutendste Produktionsland für Tomaten. Der größte Teil der chinesischen Tomaten wiederum stammt aus der Region Xinjiang im Nordwesten des Landes – zum Beispiel aus der Gemeinde Hejing, die dieses Satellitenbild zeigt. Die Gegend ist ausgesprochen sonnig. Dort steht zudem viel Wasser aus einem mehrere Tausend Meter hohen Gebirge in der Umgebung zur Verfügung.

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Die Gegend rund um Hejing ist von der Landwirtschaft geprägt – genauso wie viele andere Gebiete in Xinjiang. Die Produkte von dort stoßen auf dem Weltmarkt aber zuweilen auf Ablehnung: Die Provinz ist die Heimat vieler Angehöriger der uigurischen Minderheit, und im Umgang der chinesischen Regierung mit den Uiguren sehen Beobachter Menschenrechtsverletzungen. Die USA haben deshalb harte Importbeschränkungen verhängt. In Europa brachten jüngst Fernsehdokumentationen chinesische Tomaten in Verbindung mit Zwangsarbeit.

tomatenmarkDas verstärkt nach Ansicht einiger Beobachter den Preisdruck – und senkt womöglich die Nachfrage: Im vergangenen Jahr ist UN-Daten zufolge die Menge an Tomatenmark, die Europa aus China importiert, zum ersten Mal seit 2017 zurückgegangen. Zudem ist der Weltmarkt offenkundig übersättigt.

Für 2025 konnten die Produzenten deshalb kaum auf gute Preise hoffen, sodass sie weniger pflanzten. Überschwemmungen in der Inneren Mongolei kamen hinzu. In der Folge ebbt der Tomatenmark-Boom in China plötzlich ab: Nach jahrelangen Produktionssteigerungen standen in dieser Saison viele Fabriken still, wie aus Berichten des World Processing Tomato Councils hervorgeht. China hat in diesem Jahr nicht einmal halb so viele Tomaten verarbeitet wie im Vorjahr – eine gute Nachricht etwa für italienische Produzenten.

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