Der Bundesagrarminister Alois Rainer lehnt ein Verbot von Bezeichnungen wie „Veggie-Schnitzel“ oder „Tofu-Wurst“ für pflanzliche Lebensmittel ab. Die Menschen wüssten, was sie kaufen, sagte der CSU-Politiker vor einem Treffen mit EU-Amtskollegen in Luxemburg. „Diese Diskussion hätten wir vor zehn oder zwölf Jahren führen müssen. Jetzt ist es unnötig, diese Diskussion zu führen“, teilte Rainer mit. „Wenn sie ein Veggie-Schnitzel kaufen, dann wissen sie, dass das nicht aus Fleisch ist.“
Ein Verbot würde nach Einschätzung des Ministers zu hohen Kosten für die Wirtschaft und mehr Bürokratie führen. Deshalb unterstütze er den Vorschlag nicht, erklärte der Bundesagrarminister.
Noch vor wenigen Wochen hatte Rainer ebenso wie Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sich offener für ein Verbot gezeigt. Rainers Ministerium hatte Anfang Oktober mitgeteilt, man begrüße „die klare Unterscheidung und Erkennbarkeit traditionell tierischer Lebensmittel und pflanzlicher Fleisch-Ersatzprodukte“.
Handelsketten warnen vor wirtschaftlichen Folgen
Das Europaparlament hatte sich zuvor mehrheitlich für ein Verbot solcher Bezeichnungen ausgesprochen. Nach dem Willen der EU-Parlamentarier sollen Begriffe wie „Steak“, „Schnitzel“, „Burger“ und „Wurst“ künftig ausschließlich für Produkte aus Fleisch verwendet werden dürfen. Die Ja-Stimmen kamen vor allem von Fraktionen rechts der Mitte. Die deutschen Unions-Abgeordneten stimmten mehrheitlich gegen das Vorhaben.
Mehrere Handelsunternehmen, darunter Aldi Süd, Lidl und Burger King, warnten in einem gemeinsamen Brief vor wirtschaftlichen Schäden durch ein solches Verbot. Auch Verbraucherschützer lehnen die geplante Regelung ab. Ob das EU-weite Verbot tatsächlich kommt, wird sich in den bevorstehenden Verhandlungen zwischen den EU-Staaten und dem Europaparlament zeigen.
