Deutsche Markenunternehmen bewerten den Wirtschaftsstandort Deutschland nur mittelmäßig. In einer aktuellen Umfrage des Markenverbandes vergaben die befragten Unternehmen für die Attraktivität des Standorts im internationalen Vergleich lediglich 3,2 von 5 Punkten. Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen schnitten mit 2,3 Punkten noch schlechter ab, wie der Verband mitteilte.
Kallerhoff: Es geht um bessere Regulierung
Als größte Hemmnisse nannten die Unternehmen die zunehmende Bürokratie, zu langsame Fortschritte bei der Digitalisierung sowie Defizite in der Infrastruktur. Auch die Spaltung der Gesellschaft und der sich verstärkende Fachkräftemangel gefährden nach Einschätzung der Befragten den Geschäftserfolg. „Es geht nicht um weniger Regulierung, sondern um bessere Regulierung – mit praxisnahen Regeln, die Wachstum und nachhaltiges Wirtschaften ermöglichen“, so Präsident Franz-Olaf Kallerhoff.
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen treiben die Markenunternehmen nach eigenen Angaben die Digitalisierung voran. Fast zwei Drittel der Unternehmen nutzen oder testen bereits Künstliche Intelligenz, vor allem in den Bereichen Markenführung, Kundendialog und Prozessoptimierung. Die Unternehmen erwarten dadurch Produktivitätssteigerungen.
Markenverband fordert Bürokratieabbau
Der Markenverband fordert von der Politik drei zentrale Maßnahmen: Den Abbau von Bürokratie und schnellere Genehmigungen für Investitionen, den gezielten Ausbau der digitalen Infrastruktur sowie eine Bildungs- und Zuwanderungspolitik, die das Gewinnen von Fachkräften erleichtert. „Die Ergebnisse zeigen: Die Unternehmen wollen wachsen, sie brauchen dafür aber schnellere Verfahren und eine moderne Infrastruktur“, erklärte Kallerhoff.
Die Umfrage führte der Markenverband im September 2025 unter seinen Mitgliedsunternehmen durch. Befragt wurden Vertreter aus verschiedenen Branchen, von Konsumgütern bis zu Dienstleistungen.
Merz: Marken repräsentieren Deutschland in der Welt
Veröffentlicht wurden die Ergebnisse jetzt anlässlich es Tages der Markenwirtschaft in Berlin. Zu Gast war auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). In seiner Rede vor den geladenen Gästen betonte der Bundeskanzler: „Was Marken leisten, ist das, was die Welt von Deutschland sieht. Das hat uns stark gemacht.“ Er fügte mit Blick auf die EU-Regulation hinzu: „Wir werden alles Regulatorische tun, damit die Industrie in Deutschland eine Zukunft hat.“
