Jeder fünfte Verbraucher kauft Lebensmittel online ein. Besonders häufig nutzen Mehrpersonenhaushalte die digitalen Lieferdienste, wie eine aktuelle Studie des EHI Retail Institute im Auftrag der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zeigt. Ein Drittel der Konsumenten will in den kommenden Jahren häufiger Lebensmittel online bestellen.
Die Nutzung von Online-Lieferdiensten unterscheidet sich deutlich nach Alter und Wohnort der Kunden. In der Altersgruppe zwischen 18 und 33 Jahren bestellen 24 Prozent der Verbraucher Lebensmittel online. Bei den 50- bis 65-Jährigen liegt dieser Anteil nur bei 12 Prozent, wie das EHI in der Fokusstudie zum Online-Lebensmittelhandel ermittelte. Noch größer sind die Unterschiede zwischen Stadt und Land: Stadtbewohner nutzen Lieferdienste im Durchschnitt 3,5-mal häufiger als Menschen auf dem Land.

Die Pandemie und technologische Innovationen haben den digitalen Lebensmitteleinkauf in den vergangenen Jahren stark verändert, teilt das EHI mit. Was als kurzfristige Ausweichstrategie begann, gehört heute zum festen Bestandteil der Handelswelt. Besonders intensiv nutzen Veganer die digitalen Einkaufsmöglichkeiten. 36 Prozent von ihnen kaufen häufig bis sehr häufig in reinen Online-Supermärkten ein. Quick-Commerce-Dienste werden von 32 Prozent der vegan lebenden Kunden regelmäßig genutzt.
EHI-Experte Röding: Zeitgewinn und Frische entscheiden
Als größte Vorteile des Online-Einkaufs nennen die Befragten Zeitersparnis und Bequemlichkeit. Zu den wichtigsten Hindernissen zählen nach Angaben der Studienautoren die fehlende Möglichkeit, Produkte selbst auszusuchen, Zweifel an der Frische sowie Zusatzkosten. Auch die Umweltbelastung durch die Lieferungen sehen viele Verbraucher kritisch. „Wer im Online-Lebensmittelhandel gewinnen will, liefert drei Dinge: spürbaren Zeitgewinn, verlässliche und nachvollziehbare Frische sowie transparente Kosten“, erklärt Studienautor Tobias Röding vom EHI.

Die Studie zeigt zudem: Je größer ein Haushalt ist, desto häufiger werden Lebensmittel online gekauft. Ab drei Personen steigt die Nutzung sprunghaft an. „Ein Drittel der Konsumenten möchte in den kommenden Jahren häufiger Lebensmittel online einkaufen“, berichtet Stephan Fetsch, EMA Head of Retail and Consumer Goods bei KPMG. Händler und Hersteller könnten diesen wachsenden Bedarf mit flexibler Distribution und digitalen Technologien aktiv vorantreiben.
