Branche unter Druck Gastgewerbe kämpft mit weniger Umsatz und Kostenplus

Das deutsche Gastgewerbe musste im ersten Halbjahr 2025 einen realen Umsatzrückgang von 15,1 Prozent gegenüber 2019 verkraften. Steigende Kosten und preissensible Gäste verschärfen die Lage. Das hat Guido Zöllick, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga; Foto), dargelegt.

Dienstag, 02. September 2025, 13:23 Uhr
Thomas Klaus
Entschlossenes Handeln: Das fordert Dehoga-Präsident Zöllick von der Politik. Bildquelle: Dehoga/Plietschmann

Das Gastgewerbe in Deutschland leidet weiter unter wirtschaftlichem Druck. Im ersten Halbjahr 2025 erwirtschafteten Hoteliers und Gastronomen nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes real 15,1 Prozent weniger Umsatz als im Jahr 2019, dem letzten Jahr vor der Coronakrise. Darüber informierte Dehoga-Präsident Guido Zöllick.

Zöllick: Viele Betriebe sind an ihren Grenzen

Die jüngste Dehoga-Umfrage bestätigt die angespannte Lage. Im Juli 2025 meldeten die Betriebe durchschnittlich 9,3 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahr. Von Januar bis Juli 2025 betrug der Rückgang 8,9 Prozent. „Die Kosten explodieren, die Gäste sind preissensibler, die Umsätze sinken. Die aktuellen Belastungen bringen viele Betriebe an ihre Grenzen“, erklärte  Guido Zöllick.

Der Verband fordert, die 7-Prozent-Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie schnellstmöglich gesetzlich zu verankern, spätestens zum 1. Januar 2026. Mit diesem reduzierten Steuersatz rechnen 76,2 Prozent der Betriebe mit einer Stabilisierung ihrer wirtschaftlichen Situation. 59,1 Prozent sehen die Möglichkeit zum Sichern von Arbeitsplätzen und Schaffen neuer Stellen. 

Gastronomie stützt die regionale Wirtschaft

Die Kosten in der Branche steigen stark. Seit 2022 erhöhten sich die Arbeitskosten um 34,4 Prozent, die Lebensmittelpreise um 27,1 Prozent und die Energiekosten um 27,6 Prozent. Zum 1. Januar 2026 steigt der Mindestlohn um weitere 8,4 Prozent.

Die Umfrage zeigt auch: Die Gastronomie beauftragt häufig regionale Unternehmen. 77,5 Prozent der Betriebe vergeben Aufträge an regionale Handwerksbetriebe und Getränkehersteller. Etwa drei Viertel kaufen regelmäßig bei örtlichen Fleischern und Bäckern ein.

Für August und September 2025 bewerten laut Dehoga-Umfrage 32,0 Prozent der Betriebe ihre Reservierungslage als schlecht bis sehr schlecht. Nur 23,8 Prozent berichten von einer guten oder sehr guten Buchungssituation.

Zöllick ruft nach politischem Handeln

Dehoga-Präsident Zöllick fordert von der Politik entschlossenes Handeln: „Der Herbst 2025 muss zum Herbst des Handelns werden. Die einheitlich 7 Prozent Mehrwertsteuer auf Essen sind überlebenswichtig. Dazu brauchen wir eine echte Reformoffensive mit Bürokratieabbau, flexible Arbeitszeiten, spürbare Entlastungen für mittelständische Betriebe und Investitionsanreize.“

Das Gastgewerbe beschäftigt über 2,2 Millionen Menschen und bildet mehr als 50.700 Auszubildende aus. 2023 erzielte die Branche einen Nettoumsatz von 115 Milliarden Euro. 99 Prozent der Unternehmen sind laut Dehoga kleine und mittlere Familienbetriebe.

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