Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat sich im August weiter verschlechtert. Der Konsumklima-Indikator sank für September 2025 um 1,9 Zähler auf -23,6 Punkte, wie das Marktforschungsunternehmen GfK mitteilte. Im Vormonat hatte der Wert bei -21,7 Punkten gelegen.
Besonders stark sanken die Einkommenserwartungen der Verbraucher. Der entsprechende Indikator fiel um 11,1 Zähler auf 4,1 Punkte - den niedrigsten Stand seit März 2025. „Eine zunehmende Angst vor Jobverlust sorgt dafür, dass viele Konsumenten gerade mit größeren Anschaffungen weiterhin vorsichtig bleiben“, erläuterte Rolf Bürkl, Konsumexperte beim Nürnberg Institut für Marktentscheidungen. Die Zahl der Arbeitslosen lag im Juli knapp unter drei Millionen. Experten erwarten laut der Mitteilung für August ein Überschreiten dieser Marke.
Die Anschaffungsneigung der Verbraucher sank leicht um 0,9 Zähler auf -10,1 Punkte. Dies ist der niedrigste Wert seit Februar 2025. Die geopolitische Lage und Inflationsängste verunsichern die Konsumenten. Die Inflationserwartungen stiegen im August den zweiten Monat in Folge.
GfK-Experte Bürkl sieht Sommerflaute
Die Konjunkturerwartungen fielen zum zweiten Mal in Folge deutlich. Der Indikator verlor 7,4 Zähler auf 2,7 Punkte - den niedrigsten Stand seit einem halben Jahr. Der holprige Start der neuen Bundesregierung und die unsichere Zollpolitik der USA dämpfen die Stimmung zusätzlich. „Mit dem dritten Rückgang in Folge befindet sich das Konsumklima nun definitiv in der Sommerflaute“, betonte Bürkl.
Die Ergebnisse basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die GfK im Auftrag der EU-Kommission zwischen dem 30. Juli und dem 11. August 2025 durchführte. Der Konsumklima-Index wird seit Oktober 2023 gemeinsam von NIQ/GfK und dem Nürnberg Institut für Marktentscheidungen herausgegeben. Das Konsumklima bezieht sich explizit auf die gesamten privaten Konsumausgaben. Der Einzelhandel macht jedoch laut GfK – je nach Abgrenzung – lediglich etwa 30 Prozent der privaten Konsumausgaben aus.

