Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2025 stärker geschrumpft als zunächst angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt sank von April bis Juni um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. In einer ersten Schätzung Ende Juli hatte die Behörde noch einen Rückgang von 0,1 Prozent berechnet.
Vor allem die Industrieproduktion entwickelte sich schlechter als zunächst geschätzt. Die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe sank um 0,3 Prozent. Besonders stark fiel der Rückgang im Baugewerbe mit minus 3,7 Prozent aus. Auch der private Konsum legte mit plus 0,1 Prozent schwächer zu als zunächst berechnet.
Die Investitionen brachen im zweiten Quartal deutlich ein. Die Unternehmen investierten 1,9 Prozent weniger in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge als im Vorquartal. Die Bauinvestitionen sanken sogar um 2,1 Prozent. Auch der Außenhandel entwickelte sich schwach. Die Exporte gingen um 0,1 Prozent zurück, während die Importe um 1,6 Prozent stiegen.
EU-Nachbarn verzeichnen Wachstum
Die deutsche Wirtschaft entwickelte sich damit deutlich schlechter als andere große EU-Staaten. In Spanien wuchs das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal um 0,7 Prozent, in Frankreich um 0,3 Prozent. Selbst in Italien fiel der Rückgang mit minus 0,1 Prozent geringer aus als in Deutschland. Die EU-Wirtschaft insgesamt legte um 0,2 Prozent zu.
Die Zahl der Erwerbstätigen blieb mit rund 46 Millionen nahezu unverändert zum Vorjahresquartal. Die durchschnittlichen Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer stiegen um 4,3 Prozent. Netto erhöhten sich die Durchschnittsverdienste wegen gestiegener Sozialbeiträge allerdings nur um 3,6 Prozent. Die Sparquote der privaten Haushalte sank auf 9,7 Prozent, nach 10,8 Prozent im Vorjahresquartal.
