Der Zollkonflikt zwischen den USA und der EU belastet die deutsche Wirtschaft zunehmend. Der deutschen Industrie drohen monatliche Exporteinbußen von bis zu einer Milliarde Euro, sollte die Unsicherheit anhalten. Das prognostiziert die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK).
Belastungen werden in den kommenden Wochen noch größer
„Die Belastungen dürften sich in den kommenden Wochen noch weiter verschärfen“, sagt DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. Neben der Automobilbranche leiden besonders jene Industrien, die direkt oder indirekt von den 50-prozentigen Zöllen auf Stahl und Aluminium betroffen sind. Dies greift tief in die industriellen Lieferketten ein und betrifft Branchen wie Maschinenbau, Möbelherstellung sowie die Produktion von Fitnessgeräten oder Werkzeugen.
Seit dem 9. April erhebt die US-Regierung einen „Basiszoll“ für EU-Importe in Höhe von 10 Prozent. Für Stahl- und Aluminiumerzeugnisse gilt seit dem 12. März ein Zollsatz von 25 Prozent, den die USA am 4. Juni auf 50 Prozent erhöhten. Weitere Zölle in Höhe von 25 Prozent gelten seit dem 3. April für Autos und seit dem 3. Mai für ausgewählte Autokomponenten.
Scheitern der Verhandlungen hätte schwerwiegende Folgen
US-Präsident Donald Trump kündigte ab dem 1. August neue hohe Zölle an. Die Europäische Union versucht derzeit, eine weitere Eskalation zu verhindern. Die deutsche Wirtschaft hofft laut Treier auf ein umfassendes Abkommen, das wechselseitige Zölle in allen Wirtschaftsbereichen vollständig abschafft.
Ein Scheitern der Verhandlungen hätte laut DIHK schwerwiegende Folgen. „Wenn auf deutsche Industrieprodukte - etwa aus der Automobilbranche oder dem Maschinenbau – dauerhaft Zölle von 30 Prozent erhoben werden, ist die Wettbewerbsfähigkeit im US-Markt kaum zu halten“, warnte Treier. Viele Unternehmen müssten dann mit extremen Umsatzrückgängen oder sogar dem Abbau von Arbeitsplätzen rechnen.
