Der Handelskonzern Müller hat im Geschäftsjahr 2023/24 seinen Umsatz um 8,3 Prozent auf rund fünf Milliarden Euro gesteigert. Gleichzeitig sank jedoch das operative Ergebnis (Ebit) um rund 15,6 Prozent auf 259,3 Millionen Euro und der Konzernjahresüberschuss um 13,15 Prozent auf 185,1 Millionen Euro. Das teilte das Unternehmen mit.
Außerplanmäßige Abschreibungen von 17,7 Millionen Euro
Die rückläufige Ergebnisentwicklung führt der Ulmer Konzern auf gestiegene Beschaffungskosten, inflationsbedingte Mietanpassungen und höhere Personalkosten zurück. Zudem belasteten außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 17,7 Millionen Euro das Ergebnis. Davon entfielen nach Unternehmensangaben 3,6 Millionen Euro auf den 2023 übernommenen Schweizer Spielwarenhändler Franz Carl Weber.
Filialnetz auf 941 Standorte weiter ausgebaut
Die Zahl der Filialen wuchs im Geschäftsjahr 2023/24 um netto 35 auf 941 Standorte. Müller eröffnete 28 neue Filialen und übernahm 22 Standorte durch die Akquisition von Franz Carl Weber in der Schweiz. Gleichzeitig schloss der Konzern 15 Filialen. Die Verkaufsfläche stieg um 41.000 auf 1,24 Millionen Quadratmeter. Die durchschnittliche Filialfläche lag in Deutschland bei 1.422 und in Österreich bei 1.611 Quadratmetern.
Müller gehört mit Rossmann, dm und – vor allem im Norden Deutschlands – Budni zu den vier Großen der Branche, nachdem Schlecker 2012 pleitegegangen war. An der Spitze der Drogeriemarktkette Müller mischt immer noch der inzwischen 92 Jahre alte Gründer Erwin Müller kräftig mit.
Gelernter Friseur brachte Geschäftsidee aus USA mit
Der gelernte Friseur Erwin Müller richtete 1953 nach Firmenangaben in der elterlichen Wohnung im bayerischen Unterfahlheim seinen ersten Salon ein, den er später nach Neu-Ulm verlegte. 1966 kam er demnach auf die Idee, im Salon auch Kosmetik und Drogerieartikel anzubieten. 1969 brachte Müller den Angaben zufolge von einer Rundreise durch Kanada und die USA die Idee von Drugstores mit Waren des täglichen Bedarfs und von großen SB-Warenhäusern mit. 1973 eröffnete er in Ulm schließlich seinen ersten reinen Drogeriemarkt.
Zahl der Mitarbeiter um 2.000 erhöht
Die Mitarbeiterzahl erhöhte sich im vergangenen Geschäftsjahr im Durchschnitt um knapp 2.000 auf 35.464 Beschäftigte. „Wir verdanken diese Entwicklung dem großartigen Einsatz unserer Mitarbeitenden. Sie machen den Unterschied – jeden Tag und an jedem Standort“, so Geschäftsleitungsmitglied Elke Menold. Die wirtschaftliche Eigenkapitalquote stieg den Angaben zufolge auf 64,3 Prozent. Der Marktanteil im deutschen Drogeriefachhandel lag stabil bei 7,9 Prozent, in Österreich bei 14,7 Prozent.
Müller forciert Expansion im Ausland
Der Konzern treibt auch seine internationale Expansion voran. Müller hat nach eigenen Angaben den Markteintritt in die Slowakei vollzogen und plant dort bis zu 25 Standorte. Zudem gründete das Unternehmen eine Landesgesellschaft für die Tschechische Republik. In Spanien errichtete Müller ein neues Logistikzentrum. Das soll die Marktdurchdringung auf der Iberischen Halbinsel verstärken.
