Der Handelsverband Deutschland (HDE) rechnet für das Jahr 2025 mit einem nominalen Umsatzplus von zwei Prozent im Einzelhandel. Real entspricht dies einem Anstieg von 0,5 Prozent, wie der Verband mitteilte.
Eine aktuelle HDE-Umfrage unter rund 650 Handelsunternehmen zeigt allerdings ein deutlich pessimistischeres Bild. Mehr als die Hälfte der befragten Händler erwartet für das Gesamtjahr 2025 Umsätze unter dem Vorjahresniveau. Für das zweite Halbjahr rechnen 42 Prozent mit einer Stagnation, ein Drittel geht von Umsatzrückgängen aus, teilte der Verband mit.
Geschäft mit Lebensmitteln wächst nur minimal
In den ersten fünf Monaten des Jahres wuchs der Umsatz im Einzelhandel mit Lebensmitteln nominal um 3,6 Prozent, real um 1,0 Prozent. Deutlich kräftiger legte der Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln zu mit einem nominalen Umsatzplus von 4,3 Prozent (real 3,9 Prozent). Dabei geht das Wachstum zum großen Teil auf den florierenden Onlinehandel zurück, während der stationäre Nonfoodhandel nur marginal wuchs.
Die Branche kämpft nach Angaben des HDE besonders mit steigenden Lohnnebenkosten. Der Verband fordert deshalb eine Obergrenze von 40 Prozent bei den Gesamtsozialversicherungsbeiträgen. „Ein Bekenntnis der Bundesregierung zu einer Senkung der Sozialversicherungsbeiträge und zu einer dauerhaften 40-Prozent-Obergrenze ist überfällig“, erklärte HDE-Präsident Alexander von Preen. Sollten die Beiträge weiter steigen, seien Stellenstreichungen unvermeidbar.
HDE-Präsident von Preen kritisiert Energiepolitik
Der HDE kritisiert zudem die Abkehr der Bundesregierung von der geplanten Stromsteuersenkung. „Die Senkung der Stromsteuer war ein zentrales Versprechen der Regierung auch an Handel und Verbraucher. Bleibt diese Entlastung jetzt aus, ist das weit mehr als ein Vertrauensbruch“, sagte von Preen. Den Unternehmen fehlten dadurch Hunderte Millionen Euro für Investitionen.
Während sich die Verbraucherstimmung seit Jahresbeginn stetig verbessert hat und den höchsten Stand seit einem Jahr erreicht, verharrt das Geschäftsklima im Einzelhandel laut HDE seit Monaten in einer Seitwärtsbewegung.
