HDE-Halbjahresbilanz Einzelhandel erwartet schwaches Wachstum für 2025

Der Handelsverband Deutschland rechnet für 2025 mit einem realen Umsatzplus von 0,5 Prozent im Einzelhandel. Eine Umfrage unter Händlern zeichnet jedoch ein düstereres Bild: Mehr als die Hälfte erwartet sinkende Umsätze. Besonders die steigenden Lohnnebenkosten belasten die Branche.

Montag, 07. Juli 2025, 13:28 Uhr
Manuel Glasfort
Wie viel Ware läuft über das Kassenband? Das entscheidet, neben den Preisen, mit über die Umsatzentwicklung im Einzelhandel. Bildquelle: Getty Images

Der Handelsverband Deutschland (HDE) rechnet für das Jahr 2025 mit einem nominalen Umsatzplus von zwei Prozent im Einzelhandel. Real entspricht dies einem Anstieg von 0,5 Prozent, wie der Verband mitteilte.

Eine aktuelle HDE-Umfrage unter rund 650 Handelsunternehmen zeigt allerdings ein deutlich pessimistischeres Bild. Mehr als die Hälfte der befragten Händler erwartet für das Gesamtjahr 2025 Umsätze unter dem Vorjahresniveau. Für das zweite Halbjahr rechnen 42 Prozent mit einer Stagnation, ein Drittel geht von Umsatzrückgängen aus, teilte der Verband mit.

Geschäft mit Lebensmitteln wächst nur minimal

In den ersten fünf Monaten des Jahres wuchs der Umsatz im Einzelhandel mit Lebensmitteln nominal um 3,6 Prozent, real um 1,0 Prozent. Deutlich kräftiger legte der Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln zu mit einem nominalen Umsatzplus von 4,3 Prozent (real 3,9 Prozent). Dabei geht das Wachstum zum großen Teil auf den florierenden Onlinehandel zurück, während der stationäre Nonfoodhandel nur marginal wuchs.

Die Branche kämpft nach Angaben des HDE besonders mit steigenden Lohnnebenkosten. Der Verband fordert deshalb eine Obergrenze von 40 Prozent bei den Gesamtsozialversicherungsbeiträgen. „Ein Bekenntnis der Bundesregierung zu einer Senkung der Sozialversicherungsbeiträge und zu einer dauerhaften 40-Prozent-Obergrenze ist überfällig“, erklärte HDE-Präsident Alexander von Preen. Sollten die Beiträge weiter steigen, seien Stellenstreichungen unvermeidbar.

HDE-Präsident von Preen kritisiert Energiepolitik

Der HDE kritisiert zudem die Abkehr der Bundesregierung von der geplanten Stromsteuersenkung. „Die Senkung der Stromsteuer war ein zentrales Versprechen der Regierung auch an Handel und Verbraucher. Bleibt diese Entlastung jetzt aus, ist das weit mehr als ein Vertrauensbruch“, sagte von Preen. Den Unternehmen fehlten dadurch Hunderte Millionen Euro für Investitionen.

Während sich die Verbraucherstimmung seit Jahresbeginn stetig verbessert hat und den höchsten Stand seit einem Jahr erreicht, verharrt das Geschäftsklima im Einzelhandel laut HDE seit Monaten in einer Seitwärtsbewegung.

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