Der Paketdienstleister DHL und die New York University Stern School of Business haben einen neuen Bericht zur Globalisierung veröffentlicht. Der Global Connectedness Tracker belegt, dass sich die weltweite Vernetzung trotz geopolitischer Spannungen auf Rekordniveau bewegt.
Welt ist noch lange nicht vollständig vernetzt
Der Tracker misst internationale Aktivität im Verhältnis zu nationaler Aktivität auf einer Skala von 0 bis 100 Prozent. Der aktuelle Wert von 25 Prozent verdeutlicht, dass die Welt trotz jahrzehntelanger Globalisierung noch lange nicht vollständig vernetzt ist.
„Der Global Connectedness Tracker macht deutlich, dass es weltweit noch unzählige Möglichkeiten für Länder und Unternehmen gibt, ihre Märkte zu erweitern.“ Das sagt John Pearson, der Chef von DHL Express.
Warenhandelswert knapp unter dem Allzeithoch
2023 handelten Unternehmen 21 Prozent des Wertes aller weltweit produzierten Waren und Dienstleistungen international. Dieser Wert liegt nur knapp unter dem Allzeithoch von 22 Prozent, das erstmals 2008 und erneut 2022 erreicht wurde.
Der Bericht dokumentiert ferner, dass Staaten, die weder enge Verbündete der USA noch Chinas sind, für einen wachsenden Anteil des Welthandels stehen. Ihr Anteil stieg von 42 Prozent im Jahr 2016 auf 47 Prozent im Jahr 2024. Besonders große Handelsanteilsgewinne verzeichneten in diesem Zeitraum die Vereinigten Arabischen Emirate, Indien, Vietnam, Brasilien und Mexiko.
Längste durchschnittliche Entfernung aller Zeiten
Trotz möglicher Zollerhöhungen auf US-Importe und potenzieller neuer Handelskonflikte rät die Analyse zur Vorsicht, wenn eine Umkehr der Globalisierung vermutet wird. Der Welthandel habe sich bereits nach dem Brexit, im Handelskonflikt zwischen den USA und China, während der Covid-Pandemie sowie während der Kriege in der Ukraine und im Gazastreifen als widerstandsfähig erwiesen.
Die Daten sprechen gegen einen breiten Trend zur Regionalisierung. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2024 legten die gehandelten Waren sogar die längste durchschnittliche Entfernung aller Zeiten zurück (4.970 Kilometer). Der Anteil des Warenhandels innerhalb der großen Weltregionen sank auf einen neuen Tiefstand von 51 Prozent.
Analyse von mehr als acht Millionen Datenpunkten
DHL aktualisiert den Global Connectedness Tracker regelmäßig. Er analysiert mehr als acht Millionen Datenpunkte zu internationalen Handels-, Kapital-, Informations- und Personenströmen. Steven A. Altman und Caroline R. Bastian von der New York University Stern School of Business erstellen den Bericht im Auftrag von DHL
