Obwohl dm nicht direkt an den Tarifvertrag gebunden ist, da das Unternehmen nicht Mitglied eines Arbeitgeberverbands ist, haben alle Mitarbeiter Verträge, die ihnen zusichern, mindestens nach den gültigen Tarifverträgen des Einzelhandels bezahlt zu werden.
Im langwierigen Tarifkonflikt, der seit Monaten andauert, empfahl der Handelsverband Deutschland (HDE) den Unternehmen, die Gehälter bereits vor einem offiziellen Tarifabschluss freiwillig um bis zu 10 Prozent zu erhöhen und dies später mit dem Tarifabschluss zu verrechnen. Als Reaktion darauf kündigten Unternehmen wie die Schwarz-Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören, die Rewe-Gruppe und der Möbelhändler Ikea entsprechende Erhöhungen an. Diese Unternehmen hatten im Herbst bereits eine Gehaltserhöhung um gut 5 Prozent aufgrund einer Empfehlung des HDE vorgenommen.
Im April 2023 erhöhte dm die Gehälter um sechs Prozent rückwirkend und gewährte allen Mitarbeitern zwei Sonderzahlungen. Mit der aktuellen Erhöhung von 4,5 Prozent beläuft sich die Gesamterhöhung nun auf 10,5 Prozent, was leicht über der Empfehlung liegt. Dies sei laut Harms nur deshalb möglich, weil dm nicht dem HDE angehört. „Dadurch können wir eigenständig Entscheidungen treffen“, so Harms. Er geht außerdem davon aus, dass die Tarifverhandlungen nicht mit einer Gehaltserhöhung von 10 Prozent abschließen werden. „Falls der Abschluss höher ausfällt, werden wir natürlich entsprechend nachjustieren.“