Milchalternativen Oatly und Knuspr für Steuersenkung

Nahrungsmittelhersteller Oatly und Online-Supermarkt Knuspr unterstützen die Forderung von Politikern der Regierungskoalition nach einer Steuersenkung auf Milchersatzprodukte. Bis zum Jahresende wollen sie auf Kosten der gemeinsamen Marge auf die erhöhte Mehrwertsteuer verzichten.

Donnerstag, 05. Oktober 2023 - Handel
Lebensmittel Praxis
Artikelbild Oatly und Knuspr für Steuersenkung
Bildquelle: Oatly

Kuhmilch wird hierzulande mit sieben Prozent besteuert, für Milchersatzprodukte, etwa aus Hafer oder Soja, gilt ein Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent. Dadurch sind pflanzenbasierte Milchalternativen deutlich teurer. Steuerexperten der Regierungskoalition stellten jüngst die Forderung auf, diese Unverhältnismäßigkeit zu beheben. Die ungleiche Besteuerung von Kuhmilch und pflanzlichen Alternativen widerspreche der Farm to Fork Strategie der EU, deren Ziel es ist, Lebensmittel nachhaltiger und gesünder zu machen. Zudem schaffe sie unfaire Wettbewerbsbedingungen.

Helge Weitz, Geschäftsführer DACH & Polen bei Oatly sagt: „Pflanzendrinks sind Grundnahrungsmittel und deutlich ressourcenschonender als Kuhmilch. Wir befinden uns in einer Klimakrise und dennoch werden diese Produkte steuerlich benachteiligt. Es wird höchste Zeit, diesen Irrsinn zu beenden. Wir sind froh, mit Knuspr einen Partner auf Einzelhandels-Seite gefunden zu haben, mit dem wir gemeinsam ein Zeichen setzen und der aktuellen Forderung von privatwirtschaftlicher Seite aus Nachdruck verleihen können.“ Mit der Eingabe des Codes „Steuerrunter” im Knuspr Onlineshop reduziert sich der Preis aller Oatly-Haferdrinks um die Mehrwertsteuerdifferenz von 12 Prozent.

Im Rahmen einer ähnlichen Aktion hat Knuspr im Januar 2023 als erster Lebensmittelhändler überhaupt die Mehrwertsteuer auf Milchersatzprodukte gesenkt. Der Anteil an Milchersatzprodukten in den Einkaufskörben schoss im Zuge dessen sofort um mehr als fünf Prozent nach oben. Stephan Lüger, Commercial Director und Geschäftsführer Knuspr, erklärt: „Es gab für uns damals schon keinen akzeptablen Grund, dass unsere Kunden für Milchersatzprodukte mehr zahlen sollten. Und es gibt ihn auch heute nicht.“

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