Umfrage Verbraucher wollen weniger Lebensmittel kaufen

Angesichts der hohen Inflation wollen viele Menschen in Deutschland ihre Lebensmitteleinkäufe und Ausgaben für weitere Konsumgüter einschränken. Zu diesem Ergebnis kommt eine heute veröffentlichte Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung.

Mittwoch, 29. Juni 2022 - Handel
Lebensmittel Praxis
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Über alle Einkommensgruppen hinweg wollen demnach 39 Prozent der Befragten künftig weniger Nahrungs- und Genussmittel kaufen, 10 Prozent von ihnen sogar „bedeutend weniger“. Bei Bekleidung und Schuhen will sich sogar mehr als jeder Zweite (53 Prozent) einschränken. Ähnlich viele wollen auch bei Gaststätten- und Restaurantbesuchen kürzer treten. Mehr als zwei Drittel der Befragten gaben an, Strom und Kraftstoffverbrauch reduzieren zu wollen. Und auch beim Heizen der Wohnung und beim Warmwasser wollen mehr als 60 Prozent der Befragten sparen.

Von den Erwerbspersonen mit einem relativ niedrigen Haushaltseinkommen bis 2.000 Euro netto monatlich sehen sich der Umfrage zufolge sogar mehr als die Hälfte (52 Prozent) genötigt, weniger Lebensmittel einzukaufen. Fast zwei Drittel (63 Prozent) von ihnen gaben an, beim Kauf von Kleidung und Schuhen inflationsbedingt kürzer treten zu wollen.

Der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien, sagte, die Umfrageergebnisse unterstrichen, dass künftige Hilfspakete der Bundesregierung stärker sozial fokussiert werden müssten. Die Politik müsse weitere Maßnahmen so konzipieren, „dass Haushalte mit geringen Einkommen spürbar stärker entlastet werden als jene mit höheren Einkommen“.

GfK: Konsumenten in trüber Stimmung

Das Konsumklima in Deutschland ist wegen der Folgen des Ukraine-Krieges laut Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) „auf ein Rekordtief gefallen“. Die GfK prognostizierte für Juli einen Wert von 27,4 und damit 1,2 Punkte weniger als im Juni dieses Jahres. Seit Beginn der Erhebung für Gesamtdeutschland im Jahr 1991 wurde kein niedrigerer Wert als aktuell gemessen. „Der anhaltende Krieg in der Ukraine sowie unterbrochene Lieferketten lassen vor allem die Energie- und Lebensmittelpreise explodieren und führen dazu, dass sich das Konsumklima so trüb wie noch nie zeigt“, erklärte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl.

Vor allem die um knapp 8 Prozent erhöhten Lebenshaltungskosten drückten auf die Stimmung, führte Bürkl weiter aus. Die Hoffnung, dass die in der Pandemie angehäuften Ersparnisse in Anschaffungen umgesetzt würden, werde sich vermutlich nicht erfüllen. 

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