Denn Europa hat sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner geeinigt, herausgekommen ist ein klares "Jein". Und so hagelt es denn auch heftige Kritik: Halbherzig sei die neue Regelung, sie schütze die Interessen der Industrie. In der Tat: Eine verpflichtende Ampel-Kennzeichnung hatte das EU-Parlament im vergangenen Jahr abgeschmettert. Unter anderem, weil die Lebensmittel-Industrie massiv interveniert hatte. Die Befürchtung: Mit Rot oder Gelb gekennzeichnete Produkte könnten die Konsumenten abschrecken. Nicht übernommen wurde zudem der ursprüngliche Kommissionsvorschlag für eine verpflichtende Nährwertkennzeichnung auf der Vorderseite von Verpackungen. Dies ist jetzt freiwillig.
Viele Hersteller vermerken auf ihren Produkten ohnehin schon die wichtigsten Nährwertangaben. Allerdings: Die meisten Kunden lesen diese Angaben ebenso wenig wie die Inhaltsliste. Mit Blick darauf wäre insbesondere für bildungsferne Verbraucher und Kinder eine klare und einfache Kennzeichnung ein Novum gewesen. Denn gerade hier ist die Gefahr von Fehlernährung besonders hoch. Die Nährwerttabelle befindet sich zudem kleingedruckt auf der Rückseite. Werbeversprechen können nach wie vor prominent auf der Vorderseite platziert werden.
Was verändert diese Verordnung letztlich? Bei losen Waren müssen Allergene angegeben, Imitate klar gekennzeichnet werden. Und die Verbraucher sollen die Herkunft des Frischfleischs nachvollziehen können. Eindeutig negativ zu bewerten ist, dass die neue Verordnung nicht für alkoholische Getränke gilt, die viele Kalorien haben. Und die tatsächliche Umsetzung der Nährwertkennzeichnung kann sich bis 2016 hinziehen.
LP-Kommentar Kleine Lösung in kleinen Buchstaben
Endlich hat das EU-Parlament in Sachen Lebensmittelkennzeichnung eine Entscheidung getroffen. Nach drei Jahren. Doch bahnbrechend ist anders.
LP international - Nachrichten
-
FleischmarktMorliny Foods schließt Kauf von Wursthersteller Wolf abDer britische Konzern Morliny Foods hat die Übernahme der Firmengruppe Wolf abgeschlossen, nachdem die Wettbewerbshüter grünes Licht gegeben hatten. Christian Wolf (Foto) bleibt Vorstandschef und will mit dem neuen Eigentümer international expandieren.
-
ÖsterreichMpreis eröffnet neue Filialen und modernisiert MärkteDer Tiroler Lebensmittelhändler Mpreis hat 2025 mehrere neue Filialen eröffnet und bestehende Märkte umgebaut. Die Modernisierungen senken den Energieverbrauch nach Unternehmensangaben um bis zu 40 Prozent. Mpreis vergab Aufträge im Wert von 138 Millionen Euro an regionale Lieferanten.
-
NorwegenNeuer Rekordwert beim Export von Fisch und MeeresfrüchtenNorwegen steigert seine Fisch- und Meeresfrüchte-Exporte im Jahr 2025 um 4 Prozent auf einen Rekordwert. Polen bleibt größter Abnehmer, während China mit einem Plus von 31 Prozent das stärkste Wachstum verzeichnet. In den USA bremsen höhere Zölle das Geschäft.
Weil Branchenbeste mehr erreichen!
Podcast
Produkt des Jahres 2026
Im Heft
Viel gelesen
-
Infrastruktur unter DruckStromausfall in Berlin – Edeka muss Lebensmittel teilweise vernichten -
Danone-UmfrageFast jeder zweite Deutsche trinkt Pflanzendrinks -
OrganisationsstrukturWasgau schafft neue Führungsebene für Westpfalz und Saarland -
Weiterbildung in NotFischsommelier-Lehrgang in Existenz gefährdet
Handelsstrategie
-
WiderredeStrafsteuer auf Fertigprodukte – sinnvoller Lenkungseffekt oder Bürokratie-Bombe?Die EU will offenbar eine Abgabe auf hoch verarbeitete Lebensmittel mit hohen Fett-, Salz- und Zuckergehalten vorschlagen. Braucht es die Zusatzregulierung?
-
Zusatzgeschäft in SupermärktenMaßgeschneiderter Genuss statt Massenabfertigung – wohin sich die Handelsgastronomie entwickeltLebensmittelhändler beschreiben, wie sie sich ihre Handelsgastronomie in fünf Jahren vorstellen – personalisiert, digitalisiert und stark mit Social Media verwoben.
-
ÖffentlichkeitsarbeitBrauchen Lebensmittelhändler eine Position zur AfD?Der Chef einer führenden Kommunikationsagentur empfiehlt Händlern, sich rechtzeitig zu positionieren. Das Thema des richtigen Umgangs mit der AfD werde sie einholen.
Hersteller
-
AnzeigeDie Welt des Labors: analytica 2026 -
FischMikroplastik, Herkunft, Zertifikate – wie Händler mit Transparenz Vertrauen schaffen -
Vorstand im InterviewWachstum ohne Zukauf – warum Heristo auf organische Expansion setzt -
So entsteht...Wie Coppenrath & Wiese Tiefkühltorten backt -
Veganuary 2026Treiber oder Strohfeuer? Wie viel Umsatzpotenzial wirklich im veganen Januar steckt -
AnzeigeMoldauische Weine erobern den deutschen Einzelhandel
Läden
-
MarktrundgangVon Champagner bis Pausenbrot – wie Edeka Maaß Premium und Sparpreis unter ein Dach bringtZwischen Champagnerpaletten und Schüler-Snacks: wie der neue Markt in Bremens ehemaligem Lestra-Kaufhaus Premiumkundschaft und solche mit kleinerem Budget gleichermaßen begeistern möchte.
-
MarktrundgangEinkaufen im Denkmal – Wie Tegut Weimars alte Schlachthalle belebt hatMit der Neugestaltung einer ehemaligen Schlachthofhalle zu einem Supermarkt hat der Händler Tegut ein Prestigeprojekt geschaffen. Die 4,5 Millionen Euro teure Investition setzt Maßstäbe im Ladenbau.
Personalien
Warenkunde
-
ProduktwissenWindelmarkt im WandelNachhaltige Materialien, neue Größen und spezialisierte Produkte verändern das Sortiment.
-
ProduktwissenHandarbeit und Fingerspitzengefühl – so entsteht Nürnberger LebkuchenDer Name Nürnberger Lebkuchen ist geschützt. Was das genau bedeutet, und wie das Weihnachtsgebäck entsteht.
Nachhaltigkeit
Im Gespräch
-
Pricing-Experte im Interview„Es ist mit weiteren Preisspiralen zu rechnen“Pricing-Experte Christoph Krauss im Interview.
-
BlumenabteilungSo begeistern Händler von Blumen - Expertentipps von Kaufmann Daniel Honner„Die Frisch-Nachbarn“ in Unterföhring holten 2023 im Wettbewerb „Beste Blumenabteilung“ Gold in der Kategorie „Bedienung“. Tipps von Daniel Honner.