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Grillen Über diese Kohlen musst Du geh‘n

Dieter Druck | 31. März 2017
Grillen: Über diese Kohlen musst Du geh‘n

Bildquelle: Getty Images

Exklusiver, größer, heißer! Die Lifestyle- und Statussymbolik ist übergegangen auf den Grill im Freien. Und dieser Trend strahlt ab auf die grillrelevanten Warengruppen im Umfeld. Ein Potenzial, das eher der Vollsortimenter als der Discounter für sich erschließen kann.

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Das Freiluft-Rösten gewinnt sowohl für den Konsumenten als auch für den Handel weiter an Bedeutung. Schönes Wetter ist unverändert die Hauptmotivation, den Grill anzuwerfen, wenngleich sich die Saison nicht mehr allein auf die Sommermonate beschränkt. Sie beginnt bereits im Frühling und erstreckt sich bis in den Herbst. Das Wintergrillen als saisonale Sonderform ist ebenfalls im Kommen, vielerorts aber noch kein Aktionsthema. Die Deutschen Grillen im Vor-und Nachlauf zur Saison durchschnittlich einmal im Monat, im Sommer etwa dreimal.

Der Aufruf zum bewussteren und damit reduzierten Fleischverzehr erscheint in diesem Fall noch nicht so durchdringend zu sein. Grillen ist archaisch und weniger rational, näher dran am Urinstinkt. Außerdem übernehmen hier Männer häufiger als zu anderen Anlässen den Einkauf. Und die kaufen weniger preisorientiert und dafür emotionaler unter Umständen sogar status- und damit markenbewusster ein.

Das Thema Grillen wird stark vom Vollsortimenter besetzt. Dabei werden immer mehr Warengruppen mit Grillaktionen saisonal befeuert. Getränke und Nonfood sind über die vergangenen Jahre gesetzt und bekommen von der generellen Premiumisierung rund um den Grill ihren Teil ab. Exklusiver, größer und heißer, lautet die Devise. So sind etwa Geräte mit Infrarotbrennern im Kommen, die ein Hitzeinferno von 800 Grad C entfachen und damit eine neue Dimension der Fleischzubereitung versprechen. Glaubt man den Grillherstellern und -verkäufern, ist der Plancha-Grill ebenfalls auf dem Vormarsch. Das sind durch Gas oder Strom beheizte, geschlossene Grillplatten aus Gusseisen oder anderen Metallen, die ihren Ursprung in Spanien haben. Sie versprechen ein gesünderes Grillen, weil z. B. weniger Fett zum Einsatz komme und dieses auch nicht in die offene Glut tropft und dort verbrennt. Außerdem sollen die Eisenplatten ideal für das mediterran angehauchte Grillen sein.


Händler, die Raum für Außenplatzierungen haben, sollten diesen z. B. für eine Auswahl verschiedener Holzkohlequalitäten oder Grills unterschiedlicher Preisstufen nutzen. So wird beim Kunden bereits beim Betreten des Marktes das Grillen mental verankert und in die Grill-Sortimente im Markt übertragen. Diese werden größer und breiter. Beispielsweise sind die salzigen Snacks ein evolutionäres Thema, das etwa Nussspezialist Ültje aufgreift. Von Mai bis August läuft eine Grillpromotion. Das Ganze ist modular und damit flächendifferenziert aufgebaut. Mit im Boot ist Napoleon als Marken-Hersteller exklusiver Grills. Sicherlich noch nicht im Zentrum des Grillrostes angekommen, aber im Kommen, sind Marshmallows. Der Wunsch nach amerikanischer Authentizität trägt zur Entwicklung bei. Dazu passen dann auch noch extralange Grillspieße für die schaumigen Süßwaren oder Grillschalen. Auch Obst landet immer häufiger als süßer Abschluss des Outdoor-Menüs auf dem Grill.