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Tiefkühlkost Mehr Snacker

Susanne Klopsch | 31. März 2017
Tiefkühlkost: Mehr Snacker

Bildquelle: Carsten Hoppen

Der Snack-Boom zeigt: TK-Kost ist praktisch. Nischen werden zeitnah belegt, z. B. mit gluten- und laktosefreien Produkten.

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Snacks, Kartoffelprodukte , Früchte, Fertiggerichte und Backwaren: Sie sind die tiefgekühlten Top-Umsatz-Bringer im Lebensmittel-Einzelhandel (LEH) und Drogeriemärkten (Nielsen, Market Track, 2016 ohne KW 53). Rein absatzmäßig änderte sich die Liste etwas: Snacks, Bratfleisch, Backwaren und Pizzen verzeichneten ein prozentuales Plus. Andere Vorzeichen beim Fisch, von dem mehr als 5 Prozent weniger Einheiten verkauft wurden.

Der Erfolg der Snacks ist beachtlich und zeigt, dass die tiefgekühlte Kost mit convenienten Konzepten punkten kann gegen die (gekühlte) Frische. Ein gutes Beispiel liefert das Ofenbrot Rustipani von Nestlé Wagner. Der Brot-Snack verkaufte sich nach seinem Launch 2015 schon richtig gut – für 2016 sehen die Saarländer ebenfalls ein deutliches Umsatzplus. Frostkrone setzt auf eine flotte Taktung, was Neuheiten für seine Fingerfood-Ranges angeht: 2016 gab es 20 neue Produkte für die TK-Truhen. „Unsere Erfahrung ist, dass die Fingerfood-Fans eher Abwechslung wünschen, als dass sie einem speziellen Ernährungstrend folgen“, sagt Frédéric Dervieux, Vorsitzender der Geschäftsleitung. Auch TK-Pizzen werden als praktisch, eben convenient, wahrgenommen, wie man bei Dr. Oetker laut einer Forsa-Studie weiß: „65 Prozent derjenigen, die TK-Pizza essen, tun dies, wenn wenig Zeit zur Speisenzubereitung gegeben ist.“ Zum Sommer soll ein vegetarischer „Pizzaburger“ eingeführt werden. Und dass Pizza auch süß kann, das zeigt die Ristorante Pizza Dolce al Cioccolato mit Schokolade und Schokosauce.

Zahlen bitte

5,72 Mrd. Euro setzten LEH und Drogeriemärkte 2016 mit TK-Kost um (plus 1,1 Prozent). In den Verbrauchermärkten legte der Umsatz um 2,5 Prozent zu, der Discount erwirtschaftete 0,7 Prozent mehr. „Verlierer“ sind mit einem Minus von 6,8 bzw. 1,6 Prozent kleine bzw. große Supermärkte. Um 12,5 Prozent wuchs der Umsatz bei Drogeriemärkten – auf sehr viel niedrigeren Basis. Der Absatz mit TK-Produkten blieb insgesamt konstant. Discountersetzten 0,2 Prozent mehr ab, Verbrauchermärkte 1,4 Prozent. Quelle: Nielsen Markt Track (2016 ohne KW 53)


Convenience par excellence bietet McCain mit den „Minuten Frites für die Mikrowelle“. Die Bundle-Packung enthält zwei Boxen à 140 g. „Aktuell sind wir sehr zufrieden mit der Entwicklung des Produkts. Es stößt auf eine hohe Akzeptanz bei den Verbrauchern“, heißt es bei McCain. Als gelingsicheres Produkt aus der TK-Truhe sehen die Eschborner für die kommenden Osterfeiertage Produkte wie Kroketten

Das bei Verbrauchern hoch im Kurs stehende Thema Regionalität bietet vor allem den Herstellern von TK-Gemüse Chancen zur Differenzierung. Sowohl Frosta als auch Iglo spielen auf dieser Klaviatur und bieten Gerichte mit Kohlrabi, Möhren oder Spinat an. Aus der Kindheit bekannte Klassiker, aber modernisiert. Iglo hat in den vergangenen Monaten die Designs der Gemüse- und Kräuterverpackungen einem Relaunch unterzogen: Erdigkeit und Natürlichkeit stehen im Fokus. Vier neue „Gemüse-Ideen“ drehen sich um die regionale Küche, das Traditionelle wird mal etwas anders kombiniert: Kürbis mit Süßkartoffeln und Limetten-Butter, Kohlrabi und Pastinaken mit einem Drei-Pfeffer-Mix. Im März starteten die Hamburger zudem zwei Imagekampagnen: eine für den Spinat-Klassiker mit Blubb, die andere für Gemüse aus regionalem Anbau.