Convenience Die neue Welt der schnellen Mahlzeit - Die neue Welt der scgnellen Mahlzeit: Teil 3

Der Markt für Convenience-Food ist im Wandel. Eine Chance für Vollsortimenter, Discountern etwas entgegenzusetzen. Handelsunterunternehmen machen mit Eigenmarken Druck.

Dienstag, 09. Juni 2015 - Sortimente
Dieter Druck
Bildquelle: Hoppen, GfK 2015 / *Weiße Linie ohne H-Produkte (inkl. Riegel, Hefe, Säfte, Dessertsaucen)

Inhaltsübersicht

Eine neue Kategorie im deutschen Chilled Food Regal hat Uplegger aufgemacht. Unter der Marke „Wir ♥ Frucht“ werden Fruchtdesserts ohne Zuckerzusatz angeboten. Hersteller ist das französische Unternehmen Charles & Alice, das nach eigenen Angaben nur sonnengereifte Früchte naturbelassen verarbeitet. Den derzeit im deutschen Markt angebotenen Fruchtmussorten würden in der Regel Zucker und andere Zusätze hinzugegeben, heißt es bei Uplegger. Laut Marcus Kühn, Head of Business Development, gelten Charles & Alice in ihren Land als Spezialisten unter den Fruchtdessertproduzenten. Die Herausforderung besteht sicherlich darin, diese erklärungsbedürftigen Produkte mit ihren besonderen Merkmalen dem deutschen Verbraucher nahe zu bringen. „Darin liegt aber auch das Potenzial. Es handelt sich um ein neues, spannendes und vielseitiges Produkt“, erklärt Kühn. Gestartet wurde in Berliner Märkten. Hier läuft auch aktuell eine Verkostungstour, die im Anschluss deutschlandweit ausgebaut werden soll. Weitere PoS-Aktivitäten sind in der Planung. Dann noch die Frage der richtigen Platzierung: Eine vorab durchgeführte Verbraucherbefragung erbrachte das Ergebnis, dass die Kunden diese Produkte in der Kategorie „Gesunde Joghurts“ suchen.

Als richtigen Ort für Ultrafrische hat Deutsche See Fischmanufaktur in einer Kundenbefragung eindeutig die Obst- und Gemüseabteilung identifiziert. Außerdem passe hier das Umfeld in puncto Frischeanmutung besser als das Mopro-Regal, das mit relativ lange haltbaren Molkereiprodukten nicht zu vergleichen sei, sagt Christian Kamphoven, Produktmanagement Deutsche See. Auch würden hier stärker Impulskäufe ausgelöst.

Dabei seien die Verhaltensmuster der Konsumenten allerdings nur schwer zu pauschalisieren. Qualität, Frische und der Trend zu einer bewussteren Ernährung, z. B. vegane Produkte, prägen aus Sicht von Kamphoven derzeit das Marktgeschehen. Vegane bzw. vegetarische Produkte werden sich weiter etablieren. Das spiegelten bereits jetzt die Neuprodukte wider. Beispielsweise bringt Deutsche See unter Beeck Extra Frisch fünf neue ultrafrische Salatkreationen auf den Markt, davon sind vier vegetarisch. Vegane Salate werden Anfang Juli folgen. „In dem Bereich Ultrafrische sehen wir großes Potenzial, das wir in Zusammenarbeit mit Handelspartnern erschließen wollen“, sagt Kamphoven. Einige interessante Sachen seien bereits in der Entwicklung.

Dass der Handel auf Differenzierung durch kurze Restlaufzeiten setzt, zeigt das Beispiel Edeka mit dem Ausbau der ultrafrischen Linie unter der Eigenmarke Deli. Von den Eigenmarken geht aktuell eine starke Dynamik aus, die sich in teils zweistelligen Zuwachsraten niederschlägt. Einigen scheint die Zeit reif dafür, andere halten Ultrafrische für überbewertet und das Handling für eine zentrallagerorientierte Handelslogistik schwer zu realisieren. Aber die Voraussetzungen und sicherlich die Intention des Handels sind heute anders und passender als vor zehn Jahren, als nur jeder irgendwie dabei sein wollte. Auch das veränderte Konsum- und Einkaufsverhalten trägt dazu bei, dass neue Frischeinszenierungen in den Märkten angegangen werden.

 

Das kennzeichnet Kunden und Markt

Das Ernährungsumfeld ändert sich und daraus ergeben sich gute Perspektiven für Convenience-Produkte in den verschiedensten Angebotsformen. Einige Stichpunkte aus verschiedenen Studien.

  • Demografischer Wandel, veränderte Familienstrukturen, höhere Erwerbstätigkeit bei Frauen und mehr Mobilität sowie Flexibilität werden sich auf das Ernährungs- und Einkaufsverhalten auswirken.
  • Vor allem jüngere Familien-Lebenswelten empfinden heute verstärkt Zeitknappheit / -stress. Laut einer GfK-Studie sind das in dieser Gruppe 48,6 Prozent. (vor Jahren: 44 Prozent Zeit spielt eine große Rolle).
  • Out-of-Home-Angebote und Lieferservice lassen die Zahl der Shoppingtrips sinken. Das wirkt insbesondere auf Impulskäufe aus. Gekühlte Convenience wird aber überwiegend spontan gekauft.
  • Junge Familien kochen gerne schnelle und einfache Gerichte (57 Prozent treffen diese Aussage; 53 Prozent bei der Grundmenge „alle Haushalte“).
  • Gesundheitsbewusste Verbraucher greifen häufiger zu Fertigerichten mit naturbelassenen Zutaten.
  • Verbraucher werden laut Nestlé- Zukunftsstudie in den kommenden Jahren verstärkt darauf achten, Produkte zu kaufen, die ihren
  • eigenen Werten entsprechen.
  • Der Verbraucher stellt höhere Anforderungen an Hersteller und Handel. Er hinterfragt künftig stärker, wie sich die Anbieter auf seine individuelle Bedürfnisse einstellen.

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