Tarifeinigung Schwarz Produktion will Löhne im Osten auf Westniveau heben

Die Schwarz Produktion hat sich mit der Gewerkschaft NGG auf einen neuen Entgelttarifvertrag für ihre Werke in Sachsen-Anhalt und Thüringen geeinigt. Die Löhne sollen bis 2031 auf das Niveau in Niedersachsen steigen. Parallel investiert Schwarz mehr als 300 Millionen Euro in den Ausbau eines Backwarenwerks in Halle (Saale).

Donnerstag, 16. Juli 2026, 15:56 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Zur Schwarz-Gruppe gehören neben Lidl und Kaufland unter anderem auch die Herstellertochter Schwarz Produktion. Bildquelle: Schwarz-Gruppe

Die Schwarz Produktion, der Lebensmittelhersteller der Lidl-Mutter Schwarz-Gruppe, hat sich mit der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) auf einen neuen Entgelttarifvertrag für ihre Werke in Sachsen-Anhalt und Thüringen geeinigt. Der Vertrag sieht eine schrittweise Angleichung der Löhne an das Tarifniveau in Niedersachsen vor und läuft rund fünfeinhalb Jahre, wie das Unternehmen mitteilte.

Die Einigung kam den Angaben zufolge in der sechsten Verhandlungsrunde zustande. Der Vertrag gilt rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 und läuft bis mindestens zum 31. Dezember 2031. Die Schwarz Produktion sei damit das erste Mitglied der regionalen Tarifgemeinschaft, das einen solchen Abschluss vollzogen habe. Die endgültige Gesamtlaufzeit richte sich am noch ausstehenden Abschluss für den Flächentarifvertrag des Tarifgebiets aus.

Konkret sieht die Einigung laut der Mitteilung für 2026 zwei Erhöhungsschritte vor: 3,5 Prozent im Juli, ergänzt um eine Einmalzahlung als Erholungsbeihilfe für die zurückliegenden Monate, sowie 2,25 Prozent im Dezember. In den Folgejahren bis 2030 sollen die Tarifsteigerungen aus Niedersachsen übernommen und zusätzlich um jährlich 2 Prozent aufgestockt werden, bis zum 1. Juli 2031 die vollständige Angleichung erreicht sei.

Aldenkott spricht von einem „finanziellen Kraftakt“

Vorstandsvorsitzender Jörg Aldenkott bezeichnete den Abschluss in der Mitteilung als „tragfähigen Kompromiss für beide Seiten“ und räumte zugleich ein: „Dieser Abschluss ist aber auch ein finanzieller Kraftakt.“ Eine vollständige Angleichung innerhalb von nur drei Jahren wäre nach seinen Worten wirtschaftlich nicht leistbar gewesen.

NGG-Verhandlungsführer Uwe Ledwig bezeichnete den Abschluss als „mehr als überfälligen“ Schritt zur Lohnangleichung. Weitere Unternehmen müssten nun nachziehen.

Die Schwarz Produktion gehört zur Schwarz-Gruppe, zu der auch Lidl und Kaufland zählen. Nach eigenen Angaben beschäftigt das Unternehmen rund 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Sachsen-Anhalt und Thüringen, unter anderem bei Bonback in Halle (an der Saale), den MEG-Werken in Jessen, Leißling und Roßbach sowie bei Bon Pasta in Erfurt. Derzeit fließen laut dem Unternehmen mehr als 300 Millionen Euro in den Ausbau des Backwarenwerks Bonback in Halle (an der Saale), wodurch rund 400 neue Arbeitsplätze entstehen sollen. Weitere 17 Millionen Euro habe das Unternehmen kürzlich in eine Abfüllanlage bei MEG Jessen investiert.

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