Keine Einigung erzielt Tarifkonflikt der Süßwarenindustrie im Norden geht weiter

Der Tarifkonflikt in der norddeutschen Süßwarenindustrie geht weiter: Auch die dritte Verhandlungsrunde zwischen dem Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) und der Gewerkschaft Nahrung Genuss-Gaststätten (NGG) über einen neuen Entgelttarifvertrag für die tarifgebundenen Beschäftigten der Süßwarenindustrie in Hamburg und Schleswig-Holstein ist ohne Ergebnis geblieben.

Freitag, 10. Juli 2026, 12:26 Uhr
Thomas Klaus
Vertagte Verhandlungen: In der Süßwarenindustrie in Hamburg und Schleswig-Holstein ist keine Einigung in Sicht. Bildquelle: Getty Images

Die Tarifverhandlungen zwischen dem Arbeitgeberverband BDSI und der Gewerkschaft NGG über einen neuen Entgelttarifvertrag für die tarifgebundenen Beschäftigten der Süßwarenindustrie in Hamburg und Schleswig-Holstein wurden ergebnislos vertagt. Die vierte Verhandlungsrunde ist für den 18. August terminiert. 

Arbeitgeber legten drittes Angebot vor

Nach eigener Darstellung hatten die Arbeitgeber in Hamburg ihr nunmehr drittes, erneut verbessertes Angebot vorgelegt. Auch dieses habe die NGG zurückgewiesen, die Gewerkschaft halte weiterhin an ihren Ausgangsforderungen fest.

Die Eckpunkte des verbesserten Arbeitgeberangebots sind laut BDSI eine Laufzeit von 24 Monaten (1. Mai 2026 bis 30. April 2028), höhere Tarifentgelte und Auszubildendenvergütungen von 2 Prozent ab dem 1. Mai 2026 sowie eine weitere Erhöhung der Tarifentgelte und Auszubildendenvergütungen um 2 Prozent ab dem 1. Mai 2027.

NGG will bundesweite Entgelte für Süßwarenindustrie

Die NGG fordert vor allem 500 Euro mehr pro Monat für die unteren Tarifgruppen, 400 Euro mehr pro Monat für alle weiteren Tarifgruppen sowie 200 Euro mehr pro Monat für Auszubildende. Als Laufzeit werden zwölf Monate angestrebt. Auf Anfrage verweist die Gewerkschaft darauf, dass sie zum ersten Mal über die Entgelte für die rund 50.000 Beschäftigten der Süßwarenindustrie bundesweit verhandelt, und das gegen den Widerstand der Arbeitgeber. Ende 2025 wurde vom Hauptvorstand der NGG eine sogenannte tarifpolitische Empfehlung veröffentlicht, die jedoch über eine Empfehlung hinausreicht und Leitlinien-Charakter für die regionalen Tarifkommissionen hat. 

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