Die Vorstellungen beider Tarifvertragsparteien für die Beschäftigten der Süßwarenindustrie in Bayern sind so weit voneinander entfernt, dass eine Einigung gegenwärtig nicht absehbar ist. Die Arbeitgeber haben deshalb das Scheitern der Verhandlungen erklärt und die Schlichtung angerufen.
Die Gewerkschaftsforderung von 5,8 Prozent, mindestens aber 230 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten berücksichtigt nach Auffassung des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) die aktuelle wirtschaftliche Situation der Süßwarenindustrie in keiner Weise. Sie gefährde Arbeitsplätze.
Bestehender Tarifvertrag lief Ende April aus
Ein neutraler Schlichter soll nun gemeinsam mit beiden Tarifvertragsparteien einen Kompromiss erarbeiten, der den Beschäftigten und den Betrieben Sicherheit gibt. Für die Dauer des Schlichtungsverfahrens gilt die Friedenspflicht. Streiks sind in dieser Zeit nicht zulässig.
Der bestehende Entgelttarifvertrag für die Süßwarenindustrie in Bayern ist am 30. April 2026 ausgelaufen. Die Tarifverträge der deutschen Süßwarenindustrie werden traditionell regional verhandelt; die Verhandlungen in weiteren Gebieten laufen teilweise bereits parallel.
Die Süßwarenindustrie beschäftigt nach Verbandsangaben bundesweit rund 60.000 Menschen in etwa 200 überwiegend mittelständischen Unternehmen und ist damit die viertgrößte Branche der deutschen Ernährungsindustrie.