Trend bei Schaumweinen Crémant legt in Deutschland zu

Die Nachfrage nach Crémant steigt in Deutschland seit Jahren. Henkell-Freixenet steigerte den Verkauf 2024 um 8 Prozent weltweit. Experten sehen Parallelen zur Prosecco-Entwicklung vor 20 Jahren.

Freitag, 12. Dezember 2025, 10:10 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Crémant ist ein Schaumwein aus Frankreich oder Luxemburg, der nach derselben Methode wie Champagner hergestellt wird, aber nicht aus der Champagne stammt. Bildquelle: Getty Images

Der Schaumwein Crémant gewinnt in Deutschland an Beliebtheit. Die Nachfrage nach dem hochwertigen Produkt steigt seit einigen Jahren stetig, wie der Geschäftsführer des Verbands Deutscher Sektkellereien, Alexander Tacer, feststellt. Allerdings bewegt sich der Absatz noch auf niedrigem Niveau und liegt deutlich unter 1 Prozent. Tacer spricht von einem „Nischenprodukt mit erkennbarem Wachstumspotenzial“.

Der Chef der Kellerei Henkell-Freixenet, Andreas Brokemper, sieht in Crémant eine ähnliche Entwicklung wie bei Prosecco vor 20 Jahren. „Dahinter steckt auch das Geheimnisvolle, das Besondere, Französische – und auch sensorisch die Nähe zum Champagner“, zitierte ihn die Deutsche Presse-Agentur. Der Preisanstieg bei Champagner in den Jahren 2020 und 2021 habe dazu beigetragen, dass Verbraucher häufiger zu Crémant greifen. Der Crémant-Verkauf von Henkell-Freixenet wuchs 2024 weltweit um 8 Prozent, in Deutschland lag das Plus im ersten Halbjahr bei 10 Prozent.

Auch Rotkäppchen-Mumm verzeichnet Zuwächse. „Trotz eines herausfordernden Marktumfelds schaffen es Premium-Produkte wie Crémant weiterzuwachsen“, teilte Marketing Director Stephanie Schieszl mit. Sie betont die klaren Gütekriterien des Produkts: Handlese der Trauben, schonende Ganztraubenpressung mit einer maximalen Ausbeute von 100 Litern Most pro 150 Kilogramm Trauben sowie traditionelle Flaschengärung. Die Herkunftsbezeichnungen wie Crémant Baden oder Crémant Pfalz griffen den Trend zu mehr Regionalität auf.

Winterling produziert 80.000 Flaschen pro Jahr

Die Bezeichnung Crémant ist seit 1997 nach einer Rechtsänderung der Europäischen Union in Deutschland zugelassen, wie das Deutsche Weininstitut erläutert. Die Anforderungen für Crémant und Winzersekt regelte die Weinverordnung 2009 erstmals ausdrücklich. Zu den Vorgaben gehört: nur Sekt mit Qualitätsweinprüfung und aus einem bestimmten Anbaugebiet. Die Herstellung ist auch nur aus gebietstypischen Rebsorten zugelassen.

Martin Winterling vom Sekt & Weingut Winterling in Niederkirchen gehört zu den Crémant-Pionieren in Deutschland. Sein Bio-Betrieb produziert zu 85 bis 90 Prozent Crémant de Pfalz und kommt auf etwa 80.000 Flaschen pro Jahrgang. „Es kommen mehr Kunden gezielt deshalb“, berichtete Winterling der Deutschen Presse-Agentur. Crémant sei handwerklich hergestellt und herkunftsbezogen, nicht so anonym wie Sekt. In der Pfalz sind für die Crémant-Herstellung nur die Sorten Riesling und Burgunder erlaubt.

Neben Crémant bleibt Prosecco weiterhin stark gefragt, auch alkoholfreie Alternativen dazu, wie Brokemper feststellt. Tacer betont: „Unangefochten Nummer eins unter den Schaumweinen bleibt jedoch Sekt aus deutscher Herstellung, der bei Verbraucherinnen und Verbrauchern weiterhin mit Abstand am beliebtesten ist.“

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