Agrarhandel Verkauf von Baywa-Tochter Cefetra an First Dutch geplatzt

Der geplante Verkauf der niederländischen Baywa-Tochter Cefetra an die First Dutch Gruppe ist wohl geplatzt. Der Käufer konnte die Finanzierung nicht sicherstellen. Die Baywa verhandelt nach eigenen Angaben bereits mit neuen Investoren, um ihre Schuldenlast von über fünf Milliarden Euro zu reduzieren.

Montag, 20. Oktober 2025, 15:11 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Der Baywa-Konzern steckt mitten in der Sanierung. Nun ist der Verkauf der niederländischen Tochter an First Dutch gescheitert. Bildquelle: Baywa

Die Baywa wird die niederländische Tochter Cefetra nicht wie geplant an die Firmengruppe First Dutch verkaufen. Der Käufer habe die Finanzierung des Kaufpreises nicht rechtzeitig sichergestellt, teilte der Mischkonzern mit Sitz in München mit. Die Baywa verhandelt nach eigenen Angaben bereits mit einer neuen Investorengruppe über die Übernahme des bestehenden Kaufvertrags.

Der Verkauf sollte die Schuldenlast der Baywa um mehr als 600 Millionen Euro senken, wie das Unternehmen im Juni mitgeteilt hatte. Der Kaufpreis von 125 Millionen Euro sollte dabei nur einen kleineren Teil ausmachen. Der größere Effekt sollte durch das Herauslösen der Cefetra und ihrer Schulden aus den Büchern der Baywa entstehen. Die Cefetra-Gruppe liefert Agrarrohstoffe für die Futtermittelherstellung und handelt mit Getreide.

Die involvierten Banken haben laut der Mitteilung signalisiert, den Prozess weiter konstruktiv zu unterstützen. Der Vorstand will den Verkauf im laufenden vierten Quartal vollziehen. Man gehe nicht mehr davon aus, dass der Vertrag über den Erwerb gemäß dem Kaufvertrag vollzogen werde, erklärte die Baywa.

Baywa kämpft mit Finanzproblemen

Die Baywa war im Sommer 2024 in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Stark gestiegene Zinszahlungen für Kredite bei gleichzeitigen Verlusten im operativen Geschäft belasteten das Unternehmen. Die lang- und kurzfristigen Finanzschulden summierten sich auf über fünf Milliarden Euro.

Anfang Oktober musste die Baywa bereits ihre Jahresprognose zurückziehen. Als Grund nannte das Unternehmen Unsicherheiten im Geschäft mit erneuerbaren Energien aufgrund veränderter regulatorischer Rahmenbedingungen in den USA.

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