Teefee will eine neue Getränkekategorie schaffen, die Bio und Zuckerfreiheit vereint. „Es gibt viele zuckerfreie Limonaden, die nicht bio sind, und viele Bio-Limonaden, die nicht zuckerfrei sind. Wir kombinieren beides“, sagt Teefee-Gründer Marco Rühl. Besonderes Gewicht legt Rühl auf den Rohstoff selbst. „Wir bauen tatsächlich erstmals das Bio-Stevia-Blatt in Deutschland an“, erklärt er.
Stevia-Anbau in Deutschland weitaus komplexer
Die Pflanze stammt ursprünglich aus Südamerika und bevorzugt warme Temperaturen. In Südeuropa arbeitet Teefee bereits mit Kooperativen in Spanien und Griechenland, die nach dem Wegfall von Tabaksubventionen auf den Stevia-Anbau umgestiegen sind.
Der Versuch in Deutschland ist komplexer: Hier kommen Hightech-Maschinen statt Handarbeit zum Einsatz, was die Kosten stark beeinflussen könnte.
Für konventionelles Stevia gibt es einen riesigen Weltmarkt in China, doch Bio-Stevia bleibt knapp und teuer. „Wenn es uns gelingt, ein hochwertiges Bio-Stevia-Blatt in der benötigten Qualität und Menge anzubauen, wäre das ein enormer Wettbewerbsvorteil“, sagt Rühl. Seine Vision: eine nachhaltige und zugleich marktfähige Alternative, die nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene überzeugt.
Vom Babyregal in den Milliardenmarkt
Der 47-Jährige startete 2013 mit Teebeuteln im Babyregal, setzte bald auf Eistees in kleinen Verpackungen und schaffte mit der Listung bei dm den Durchbruch. Heute hält Teefee in Drogerien 10 Prozent Marktanteil bei Kindergetränken. Nun wagt Rühl den Schritt in den Milliardenmarkt der Erwachsenen. Mit Sorten wie Apfel und Orange bringt er die nach eigenen Angaben erste zuckerfreie Bio-Limonade Deutschlands in den Handel. Grundlage ist eine Mischung aus Bio-Stevia-Tee-Aufguss und einem kleinen Anteil Saft, maximal 5 Prozent, um das „Mouthfeeling“ zu verstärken – also das Gefühl im Mund, das Geschmack intensiver wirken lässt.
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