Die Weinlese in Deutschland hat in diesem Jahr deutlich früher als üblich begonnen. Im Rheingau ernten die Winzer die Trauben rund drei Wochen früher als im langjährigen Mittel. In Rheinhessen liegt der Vorsprung bei ein bis zwei Wochen. Das teilte das Deutsche Weininstitut (DWI) bei der Lese von Spätburgunder für Blanc de Noir im rheinhessischen Weinolsheim mit.
Gesundheitszustand der Trauben außergewöhnlich gut
Das Institut rechnet mit einer kurzen, intensiven Ernteperiode von etwa zwei bis drei Wochen für die Hauptsorten, da viele Rebsorten gleichzeitig reif werden. Der Entwicklungsstand der Trauben sei mit den Ausnahmejahrgängen 2003 und 2018 vergleichbar, so DWI-Sprecher.
„Der Gesundheitszustand der Trauben ist außergewöhnlich gut“, sagte Büscher. Die Trauben wiesen trotz hoher Mostgewichte noch einen guten Fruchtsäuregehalt auf, der fruchtige und aromatische Weine erwarten lasse. Allerdings könnten die Erntemengen niedriger ausfallen als zunächst erwartet, weil die Trauben wegen der Trockenheit im August verhältnismäßig klein geblieben sind. Dies hätten erste Pressungen gezeigt.
Unwetterschäden durch Hagel seien in diesem Jahr weitgehend auf einzelne Regionen wie den Wonnegau begrenzt geblieben, informierte das DWI. Für einen erfolgreichen Abschluss der Lese hoffen die Weinerzeuger nun auf warme Tage und kühle Nächte sowie trockenes Septemberwetter ohne viel Regen. Diese Bedingungen würden die weitere Ausprägung der Aromen fördern.
