Handelskonflikt mit den USA Spirituosenindustrie will Null-zu-Null-Abkommen

Die Spirituosenbranche fordert: Die USA und die Europäische Union sollten sich für die Wiedereinführung des so genannten Null-zu-Null-Abkommens für Spirituosen einsetzen, also für einen beiderseitigen Verzicht auf Zölle. Hintergrund: Die USA haben gestern einen 15-prozentigen Zoll auf Spirituosen-Importe aus der EU eingeführt. 

Freitag, 08. August 2025, 09:30 Uhr
Thomas Klaus
Vor dem Hintergrund der jüngsten US-Zölle fordern der Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Exporteure (BSI) und sein europäischer Dachverband Spirits Europe fordern die Wiedereinführung des so genannten Null-zu-Null-Abkommens. Bildquelle: Getty Images

Der Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Exporteure (BSI) und sein europäischer Dachverband Spirits Europe kritisieren die Einführung eines 15-prozentigen Zolls auf EU-Spirituosen-Exporte in die USA. Der Zoll gilt seit dem 8. August 2025 und beendet das 1997 eingeführte zollfreie Abkommen zwischen der EU und den USA für Spirituosen. Die Verbände befürchten durch den neuen Zoll einen erheblichen Wettbewerbsnachteil für deutsche und europäische Spirituosenhersteller.

450 Prozent mehr Handel zwischen 1997 und 2018

Die Null-zu-Null-Regelung habe den Handel mit Spirituosen zwischen den beiden Wirtschaftsräumen deutlich angekurbelt, berichtet BSI-Geschäftsführerin Angelika Wiesgen-Pick. Der transatlantische Handel mit Spirituosen habe sich zwischen 1997 und 2018 um 450 Prozent erhöht.

Der Verband betont, die Regelung habe Arbeitsplätze in der Spirituosenindustrie, im Einzelhandel und im Gastronomiegewerbe auf beiden Seiten des Atlantiks geschaffen. Überdies seien die kulturellen und wirtschaftlichen Bindungen zwischen den Sektoren in der EU und den USA gestärkt worden.

„Insofern appelliert der BSI weiterhin eindringlich für die Wiedereinführung des Null.zu-Null-Zollabkommens“, erklärte Angelika Wiesgen-Pick. Außerdem müssten die US-Zölle auf EU-Spirituosen dauerhaft aufgehoben werden, ebenso wie alle EU-Vergeltungsmaßnahmen gegenüber US-Spirituosen.

 

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