Außenhandel Deutsche Unternehmen leiden unter EU-US-Zolleinigung

Die neue Zollvereinbarung zwischen der EU und den USA stößt bei deutschen Unternehmen auf breite Ablehnung. 58 Prozent der Betriebe erwarten weitere Erschwernisse durch die Einigung. Jedes zweite Unternehmen mit US-Geschäft plant, seinen Handel mit Amerika zu reduzieren.

Mittwoch, 06. August 2025, 09:40 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Aufatmen? Von wegen: Laut einer Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer sorgt der Handelsdeal mit den USA bei vielen Unternehmen hierzulande für mehr Sorgen. Bildquelle: Getty Images

Die Einigung im Zollstreit zwischen der EU und den USA sorgt bei deutschen Unternehmen für neue Belastungen. Wie die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) in einer aktuellen Umfrage ermittelte, erwarten 58 Prozent der befragten Betriebe künftig weitere Erschwernisse. Bei Unternehmen mit direktem US-Geschäft rechnen sogar 74 Prozent mit negativen Folgen.

„Diese Einigung mag politisch notwendig gewesen sein, für viele Unternehmen in Deutschland ist sie dennoch eine bittere Pille“, erklärte DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov in der Mitteilung. Die Vereinbarung bringe „zusätzliche Belastungen statt Entlastungen: höhere Zölle, mehr Bürokratie sowie sinkende Wettbewerbsfähigkeit.“

Die EU und die USA haben sich auf einen Zollsatz von 15 Prozent für die meisten EU-Importe in die USA verständigt. Die neue Regelung soll am 7. August in Kraft treten. Bereits die bisherige US-Handelspolitik belastet 72 Prozent der befragten Unternehmen. Von den Betrieben mit direktem US-Geschäft berichten sogar 89 Prozent von negativen Auswirkungen.

Unternehmen reduzieren US-Geschäft

Die handelspolitische Unsicherheit und die Sorge vor neuen Zöllen belasten 80 Prozent der Unternehmen mit US-Geschäft besonders stark. Der aktuelle Basiszollsatz von 10 Prozent und dessen geplante Erhöhung auf 15 Prozent bereiten 72 Prozent der Betriebe Sorgen. 54 Prozent der Unternehmen mit US-Geschäft planen, ihren Handel mit den USA zu reduzieren.

An der Online-Umfrage der DIHK beteiligten sich nach Angaben der Kammer 3.355 Unternehmen. Die Befragung fand zwischen dem 31. Juli und 4. August statt. Lediglich 5 Prozent der Betriebe erwarten positive Effekte durch die Zoll-Einigung.

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